Zwei Jahre „traveling the world“ – Drinks gibt’s später …

Andere Reiseblogger freuen sich dieser Tage so kurz vor der ITB über ihr 1.000stes Like auf ihrer Facebook-Fanpage, ich freue mich über das Knacken der 200er-Marke  heute – auch kleine Schritte wollen gewürdigt werden :-). Und: Gestern hat „traveling the world“ seinen zweiten Geburtstag gefeiert, ganz still und leise, ohne Sektkorkenknallen. Stattdessen kamen ein paar Gedanken hoch, was in dieser Zeit passiert ist, welche Wege „traveling the world“ in der Blogosphäre eingeschlagen hat und wie der weitere Weg aussehen sollte oder könnte.

happybirthday

Vor zwei Jahren bin ich mit einer „Über mich“-Seite , einer „Über Indien“-Seite und einem ersten Artikel „Eat, Pray, Love 2.0. oder ‚Wie, in einen Ashram?'“ online gegangen, damals noch unter wordpress.com, seit letzten Mai unter einer eigenen Domain. Das ist ja noch gar kein richtiger Blog, sagte damals jemand, der sich damit auskennt. Nur Texte online stellen sei ja nur die Hälfte. Vernetzen müsse ich mich.

Achso, und wie soll das bitte gehen? Ich kenne doch niemanden in der Bloggerwelt. Und mich kennt auch keiner. Eins führte zum anderen, das Lesen anderer Blogs, die Teilnahme an Blogparaden, der „Eintritt“ bei den Iron Bloggern München, der Besuch von Social Media Events und das Zusammentreffen mit anderen Bloggern aus Gruppen wie den Münchner Reisebloggern oder dem Münchner Bloggerstammtisch sorgten dafür, dass ich mich mit meinem Blog immer mehr in der Blogosphäre vernetzte, nicht nur in der virtuellen Welt, sondern dank der großen Bloggerszene in München auch mit „echten“ Kontakten, sei es beim Vertrinken der „Strafgelder“ der Iron Blogger, bei Veranstaltungen des Social Media Clubs oder im Presseclub.

Letzten Sommer hatte ich eine Anfrage von einem Verlag, ob ich ein eBook veröffentlichen wollte. Das erschien mir allerdings etwas halbseiden, und ich hatte das Gefühl, ich bin doch noch gar nicht fertig mit meinen Geschichten. „Fertig“ bin ich immer noch nicht. Von meinem viermonatigen Sabbatical in Indien und Nepal, von dem ich übrigens genau vor drei Jahren zurückgekommen bin und weswegen dieses Blog überhaupt entstanden ist, sind immer noch zwei Monate offen. Meinen dreiwöchigen Trip letzten März und April habe ich bisher nur angeteasert. Die Reise nach Ladakh, Kaschmir, Rishikesh und Shanghai letzten Sommer habe ich etwa zur Hälfte „abgearbeitet“. Und in zwei Wochen geht es schon wieder los nach Indien. Ich kann also versprechen, es wird noch eine ganze Weile weitergehen mit „traveling the world“ und den Geschichten aus diesem unbeschreiblichen Land, das es mir so angetan hat.

Ich habe gestern die Ankündigung eines Blogcamps auf der ITB gelesen, „Re-invent your blog and re-invent yourself“ lautet das grobe Thema. Ja, seit ich den Blog ins Leben gerufen habe, ist viel passiert in meinem Leben. Mein Blog ist mitgewachsen und hat sich mit mir und meinem Leben mitverändert. Zu den Reisethemen kommen immer wieder andere Aspekte, die mich beschäftigen, Literatur, Yoga und Gedanken zum Bloggen und Schreiben an sich. Themen, die mich bewegen, bei denen ich das Gefühl habe, das Schreiben hilft mir, meine Gedanken zu ordnen, Themen, die den Blog aber vielleicht auch „verwässern“ und zu einem „Multithemenblog“ machen? Ihn noch weniger interessant machen für potenzielle Kooperationspartner?

Ich würde dem Baby heute definitiv einen anderen Namen geben, der Name „traveling the world“ war in einer Nacht- und Nebelaktion entstanden, als ich meinen WordPress-Account aus Versuchszwecken einrichtete und mir abends um 23 Uhr auf die Schnelle nichts besseres einfiel. Aber den Namen jetzt noch einmal ändern? Ist ein Name so wichtig? Kommt es nicht auf den Inhalt an? Ein Kind kann auch nichts dafür, wenn seine Eltern ihm einen nicht so einfallsreichen Namen verpassen und es verbirgt sich dahinter sicherlich trotzdem ein ganz toller Junge oder ein ganz tolles Mädchen. Ist es also nicht wichtiger, dass der Blog inhaltlich und auch optisch etwas her macht?

Da kommen direkt die nächsten Fragen auf. Sollte ich nicht nach zwei Jahren doch mal das Design ändern, apropos „re-invent your blog“? Mir ein Logo oder zumindest einen schicken Schriftzug kreieren lassen? Meine Über-Mich-Seite überarbeiten? Das soll man angeblich sowieso regelmäßig machen, sagen die Experten. Und mich vielleicht doch auf das augenscheinliche Erfolgsrezept der Reiseblogger einlassen und mehr Ratgeber sein mit mehr „Du“ als „Ich“, mit „10 Tipps für Deine Trekkingtour in Ladakh“ oder „Die 5 Top-Restaurants in Mumbai“ und damit ganz oben in den Suchmaschinenergebnissen auftauchen, anstatt das Blog wie eine Art Tagebuch zu führen? Damit scheint man auf jeden Fall seine Zugriffsstatistiken in ganze andere Sphären zu katapultieren als ich es mit meinen doch sehr persönlichen Geschichten zustande bringe, die vielleicht doch nur eine sehr spitze Zielgruppe bestehend aus Familie, Freunden, Bekannten und Bekannten von Bekannten adressiert?

Fragen über Fragen, die mich immer wieder und gerade jetzt – zwei Jahre nach dem Startschuss des Blogs – beschäftigen. Auf einer Bloggerveranstaltung vergangene Woche wurde mal wieder darüber geredet, ob und wie man mit seinem Blog Geld verdienen kann. Die meisten wollen Geld verdienen mit dem Blog, dann gibt es aber auch ein paar „Herzensblogger“, die bloggen, weil es ihnen Freude macht, weil ihr Blog, eigentlich genau wie für mich, ein Medium ist, um sich zu Themen zu äußern, die sie bewegen, in erster Linie für sich selbst und wenn sich noch andere dafür interessieren, umso besser. Ich erinnere mich an das Travel Massive letzten Sommer in der Neuen Balan. Da fragte mich ein Endzwanziger, wie man denn mit einem Blog Geld verdienen könne. Er habe seinen Job gekündigt, wolle jetzt reisen und Blogger werden und damit Geld verdienen. Ja, gute Frage. Vielleicht sollte ich ihn nochmal kontaktieren, ob er inzwischen erfolgreich mit seinem Blog reist und Geld verdient. Vielleicht verrät er mir sein Rezept. Von meinem Blog leben kann ich definitiv nicht. Aber er hat mir Türen geöffnet in Sachen Corporate Blogs und Social Media Marketing. Dieser Weg gefällt mir glaube ich viel besser, als meinen Blog mit Werbung zuzupacken oder nur noch Advertorials zu schreiben über finnische Saunen, Fotobücher oder andere Produkte, für die ich doch bestimmt irgendeinen Dreh finden finden würde, so dass sie thematisch doch zu meinem Blog passen.

Obwohl ich bei besagter Veranstaltung gesagt habe, ich wolle reich und berühmt werden, halb aus Scherz, aber mit einer Prise Ernst, werde ich wahrscheinlich doch ein „Herzensblogger“ bleiben. Jemand, dem das Schreiben wahnsinnig viel Spaß macht, der viel Herz, Schweiß und Blut in diese Seiten investiert, eine kleine, aber sehr feine Leserschaft bedient, die sich Montagmorgens auf den neuen Blogpost freut, den ich Sonntag abends vor, während oder nach dem Tatort geschrieben habe, die schon meinen Rhythmus kennt und mir Sonntags Nachrichten schreibt à la „Viel Spaß beim Tatort gucken und bloggen“. Diesen treuen Lesern möchte ich an dieser Stelle ganz herzlich danken! Dafür, dass Ihr dabei seid, dass ich Euch mitnehmen darf auf meine Reisen, die mich auch nach meiner Rückkehr in meinen Alltag in München immer noch  beschäftigen und die ich mit diesem Blog noch mal Revue passieren lassen kann.

Mich interessiert Eure Meinung, schreibt mir doch einfach, was Ihr denkt, egal ob Tipps, Hinweise oder Wünsche zu Inhalten, zum Design und zur generellen Ausrichung, ich freue mich auf Eure Kommentare!

P.S. Das ist jetzt mal wieder so ein typischer „Multithemen-Querschläger-Blogpost“, der nichts mit Reisen zu tun hat und den ich eigentlich auch gar nicht schreiben wollte. Aber er hilft mir irgendwie, meine Gedanken ein bisschen klar zu zurren. Und: Damit habe ich mein Iron-Blogger-„Soll“ für diese Woche schon am Montag erfüllt, eine kleine Sensation! Das heißt, am Freitag gibt’s zum ersten Mal keine Mahn-Mail vom Iron-Blog-Bot! Wenn das kein Grund zum Feiern ist :-). Eine gute Woche Euch allen, ich werde gleich mal anstoßen, auf den zweiten Geburtstag und auf Euch!

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4 comments

  1. Erst einmal nachträglich Glückwunsch zum 2-Jährigen und zum Durchhalten.
    Ich denke, jeder muss seinen Weg mit dem Bloggen finden, der für einen selbst passt. Das gilt für das Design, den Inhalt und auch die Vermarktung. Eines ist für mich sicher – wenn ich mich verbiege, tut es weder mir noch dem Blog gut.

    In diesem Sinne… Alles Gute und Liebe für die nächsten Jahre mit Deinem Blog 🙂

    Ivana

  2. danke für die glückwünsche, liebe ivana, wir können am montag beim iron-blogger-stammtisch anstoßen :-). ja, da hast du recht, verbiegen ist nicht gut. ich laufe da glaube ich auch keine gefahr, werde mir treu bleiben. liebe grüße, alexandra

  3. Oh wie wunderbar. Das war mir etwas entgangen. Ich war selbst viel unterwegs… Herzlichen Glückwunsch. Ein wunderbarer Anlass, ein Gläschen auf dich anzustoßen. Auf die nächsten zwei, würde ich sagen.

  4. danke, liebe din! mindestens die nächsten zwei, habe so viele ideen, geschichten und pläne ;-).

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