Bücher Bucket Liste 2018 Büchertipps Reisen

Meine Bücher Bucket List 2018: Buchtipps rund ums Reisen

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Wer mich kennt, weiß: Ich liebe Bücher. Mich mit einem Buch in eine stille Ecke zurückziehen und stundenlang von den geschriebenen Worten und Sätzen anderer in ferne Welten entführen lassen, das fühlt sich immer ein bisschen an wie Urlaub. Lesen ist wie Reisen im Kopf, heißt es. Tatsächlich kann ich beim Lesen mehr noch als bei einem Kinofilm abschalten und alles um mich herum ausblenden. Am liebsten lese ich Bücher, die direkt oder indirekt mit meinen Reisen zu tun haben, egal ob Biografien, Sachbücher oder Romane zeitgenössischer Autoren aus dem Land, das als nächstes auf meiner Reiseliste steht.

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Als ich 2006 mit einem Freund und einer Freundin in Vietnam war, hat der Freund, Frank, uns vorher seine persönliche Leseliste zugeschickt mit Romanen, die in Vietnam spielen. Drei Bücher davon habe ich in den Wochen bis zu unserem Abflug nach Hanoi gelesen, die ich nach wie vor sehr empfehlen kann: „Der Liebhaber“ von Marguerite Duras, „Der stille Amerikaner“ von Graham Greene und „Mond über den Reisfeldern“ von Andrew X. Pham. Meine Bücher über Indien brauchen inzwischen ein eigenes Regal in meiner Wohnung und bei jeder Reise stolpere ich in den Buchhandlungen Delhis, Mumbais oder Kalkuttas über neue lokale Autoren. Vor meiner Kambodschareise im November habe ich das gleichermaßen bewegende wie spannende Sachbuch „Die Kinder der Killing Fields“ von Erich Follath verschlungen. Es hat mich Kambodscha nochmals viel intensiver erleben lassen und mir neue und tiefe Einblicke in die immer noch fortwährende Aufarbeitung des Erbes der Khmer Rouge gegeben.

Realistisch betrachtet werde ich es wohl eher nicht schaffen, hinter allen zehn Ländern auf meiner Reisewunschliste für 2018 einen Haken zu setzen. Doch zumindest literarisch möchte ich sie 2018 alle bereisen. Für sechs Länder dieser Liste plus Ecuador, wo ich im Juni hinreise, habe ich jeweils schon mal ein besonders vielversprechend klingendes Buch herausgesucht und auf meine Bücher Bucket Liste 2018 gepackt.

1. Buchtipp Iran: „Nachts ist es leise in Teheran“

Mit der Familiengeschichte um den Kommunisten Behsad, seine große Liebe Nahid und ihre beiden Kinder Laleh und Mo spannt die Autorin Shida Bazyar einen Bogen von den Anfängen der iranischen Revolution 1979 bis ins Deutschland der Gegenwart. Nach der Vertreibung des Schahs flieht die Familie nach Deutschland, fortan ständig zerrissen zwischen dem Wunsch nach Rückkehr und dem Wunsch, heimisch zu werden in ihrem neuen Zuhause. Während Nahid bei einem Besuch in Teheran 1999 zwischen „Kafishaps“ und Schönheitsritualen regelrecht aufblüht, fühlt sich Laleh als Fremde im Land ihrer Kindheit. Ein fesselnder Einblick in die Geschichte des Irans über vier Jahrzente aus den sehr unterschiedlichen Perspektiven von vier Familienmitgliedern.

Titel: Nachts ist es leise in Teheran
Autorin: Shida Bazyar
Erschienen: Februar 2016

2. Buchtipp Georgien: „Tsangala Gogona – Tanz zwischen Licht und Schatten“

Die Autorin Veriko Modebadze kam in den 1980ern in einer georgischen Kleinstadt zu Welt. Sie wird in dem von Armut geprägten und vom Kommunismus beherrschten Land streng nach sowjetischen Regeln erzogen. In der Zeit des politischen Umbruchs versucht die junge Veriko, mit kindlicher Neugier Antwort auf ihre Fragen zu finden. Dies wird umso schwieriger, als nach der Unabhängigkeit Georgiens, als das Land weiter in Armut stürzt, auch ihre Familie auseinander zu brechen droht. Eine Autobiografie über eine Kindheit zwischen Träumen, Wachrütteln und unausweichlichen Veränderungen.

Titel: Tsangala Gogona – Tanz zwischen Licht und Schatten
Autorin: Veriko Modebadze
Erschienen: Mai 2015

3. Buchtipp Japan: „Die Ermordung des Commendatore“

Druckfrisch ist das neue Buch von Haruki Murakami mit dem Untertitel „Eine Idee erscheint“. Ein namenloser Maler, der gleichzeitig auch der Ich-Erzähler ist, reist ohne Ziel durch Japan. Auf dem Dachboden eines abgelegenen Hauses, das sich im Besitz eines berühmten Künstlers befindet, entdeckt er durch Zufall ein Gemälde. Fortan geschehen um ihn herum merkwürdige Dinge, die ihn in eine andere Welt locken und ihn zwischen Halluzination und Realität wandeln lassen. Kann er noch jemandem vertrauen? Mysteriös, phantastatisch, so wie alle Murakamis. Die Fortsetzung „Die Ermordung des Commendatore. Eine Metapher wandelt sich.“ erscheint im April 2018.

Titel: Die Ermordung des Commendatore. Teil 1. Eine Idee erscheint.
Autor: Haruki Murakami
Erschienen: Januar 2018

4. Buchtipp Finnland: „Fegefeuer“

Das Buch der finnisch-estnischen Autorin Sofi Oksanen spielt zwar in Estland und nicht in Finnland doch da Oksanen eine der bekanntesten finnischen Schrifstellerinnen ist, landet sie auf meiner Bücher Bucket List 2018 für Finnland. In „Fegefeuer“ geht es wie in vielen ihrer Werke um feministische Themen. Anhand der Geschichte von Aliide Tru und der jungen Zara beschreibt sie den Kampf von Frauen gegen Verrat und Angst und für die Liebe. Während Zara sich gegen die Willfährigkeit ihres Zuhälters zur Wehr setzen muss, führen Rückblicke in das sowjetisch besetzte Estland in den 1940ern, in denen Aliide zu schwerwiegenden Entscheidungen gezwungen war. Ein Stück Zeitgeschichte, verwoben mit einer Familientragödie, die einmal mehr menschlich berührt.

Titel: Fegefeuer
Autor: Sofi Oksanen
Erschienen: August 2010

5. Buchtipp Kolumbien: „Killing Pablo: Die Jagd auf Pablo Escobar“

Kolumbien und Literatur, das ist natürlich vor allem Gabriel García Márquez mit wunderbaren Büchern wie „Die Liebe in den Zeiten der Cholera“ oder „Hundert Jahre Einsamkeit“. Noch enger ist Kolumbien mit Pablo Escobar verbunden. In „Killing Pablo“ zeichnet Autor Mark Bowden das Leben des mächtigen, als Terrorist gefürchteten Drogenbarons nach, der Kolumbien fast in den Ruin trieb. Er beschreibt die tiefe Verstrickung der USA, die mit einer militärischen Spezialeinheit maßgeblich an der Jagd gegen den „größten Verbrecher der Welt“ beteiligt waren. 1993 kam Escobar angeblich bei einem Schusswechsel mit der Polizei ums Leben, die genauen Umstände liegen bis heute im Dunkeln.

Titel: Killing Pablo: Die Jagd auf Pablo Escobar, Kolumbiens Drogenbaron
Autor: Mark Bowden
Erschienen: Juli 2017

6. Buchtipp Seidenstraße: „Die Wüstengängerin“

Alice Grünfelder erzählt das Schicksal zweier Frauen vor dem Hintergrund des Widerstands der Uiguren gegen die chinesische Regierung in der Provinz Xiinjiang im nordwestlichen China. Dorthin reiste Roxana, eine Sinologiestudentin, Anfang der 1990er mit einem klaren Ziel: Sie möchte zeigen, dass die Region an der Seidenstraße buddhistische Wurzeln hat und nicht immer islamisch war. Ihre Spuren verlieren sich im Sand der Wüste Taklamaka, die auch „Wüste ohne Rückkehr“ heißt, nicht ohne Grund. 20 Jahre später stößt die Forscherin Linda in Xinjiang auf Roxanes Aufzeichnungen und versucht, ihre Spuren wieder aufzunehmen.

Titel: Die Wüstengängerin
Autor: Alice Grünfelder
Erschienen: März 2018

7. Buchtipp Ecuador: „Reise durch einen einsamen Kontinent“

Zwar hat Ecuador durchaus eine lebendige literarische Szene, doch gibt es bis heute kaum Übersetzungen ins Deutsche. Auf meine Bücher Bucket List 2018 kommt daher für Ecuador ein Buch von Andreas Altmann, der in „Reise durch einen einsamen Kontinent“ über die Erlebnisse seiner Reisen durch Kolumbien, Ecuador, Peru, Bolivien und Chile berichtet. Aus seinen Begegnungen wie etwa mit dem Schuhputzer Xavier in Ecuador oder mit einer streng-katholischen 16-jährigen Mutter zeichnet er ein kenntnisreiches und tiefgreifendes Porträt der südamerikanischen Gesellschaft.

Titel: Reise durch einen einsamen Kontinent
Autor: Andreas Altmann
Erschienen: Januar 2008

Bücher auf die Ohren – Hörbücher über Audible

Einige der genannten Bücher gibt es auch als Hörbuch oder sogar nur als Hörbuch. Auch wenn ich bekanntermaßen ein Liebhaber gedruckter Bücher bin, auf Reisen früher oder später immer in einer Buchhandlung lande und der Meinung bin, dass das haptische Gefühl eines gedruckten Buches durch nichts zu ersetzen ist, finde ich mehr und mehr Gefallen an Hörbüchern. Unterwegs sind sie eine perfekte Alternative für Menschen wie mich, die nicht nur im Bus, sondern auch im Zug oder Flugzeug beim Lesen rasch mit Übelkeit zu kämpfen haben. Und wenn ich das nächste Mal spontan alleine wandern gehe, habe ich künftig bestimmt häufiger ein „Buch für die Ohren“ dabei.

Wer sich für seine Reisen ebenfalls gerne literarisch inspirieren lässt, findet vielleicht bei Mit 80 Hörbüchern um die Welt den passenden „Hörstoff“ für sein Reiseziel. Falls Ihr noch weitere Lese- oder Hörtipps für meine Bücher Bucket List 2018 habt, hinterlasst gerne einen Kommentar. Die Liste wird auch fortlaufend erweitert.

Titelbild: Pixabay, Ninocare, CC0 Creative Commons

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