e-Visum oder klassisch: Wie beantrage ich welches Visum für Indien?

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Ich glaube, nirgendwo auf der Welt musste ich meinen Reisepass bislang so oft vorzeigen wie an indischen Flughäfen. Meistens dauert es eine Weile, bis die Seite mit dem aktuellen Visum gefunden ist. Inzwischen klebt auf fast jeder dritten Seite ein blau-rosa Sticker mit Indien-Visum. Die einen Grenzbeamten durchblättern den Pass mit stoischer Ruhe, die anderen runzeln die Stirn. Und ich frage mich jedes Mal, ob ich nicht doch irgendwann einmal herausgefischt werde, weil sich jemand über die vielen Indien-Aufenthalte in den letzten Jahren wundert. Denn selbst, wenn das Visum genehmigt wurde, obliegt die Entscheidung über die Einreise den indischen Grenzbeamten.

Eigentlich müsste ich den Visumantrag für Indien im Schlaf ausfüllen können. Tatsächlich brauche ich jedes Mal aufs Neue einiges an Zeit dafür. Die Beantragung ist ziemlich komplex, das Fehlerpotenzial nicht unerheblich. Dazu kommt, dass sich regelmäßig etwas ändert. Und ich immer wieder abwäge zwischen elektronischem und klassischem Visum. So auch vor meiner Reise nach Rajasthan im März 2019, wo ich bei meinen Recherchen zum Visum auf einige Änderungen gestoßen bin. Für alle, die zum ersten Mal nach Indien reisen oder die aktuellen Neuerungen von Februar 2019 noch nicht kennen, hier einige „Tipps und Informationen zum Visum Indien“.

Visum Indien: Das e-Visa für Indien

Um den Visumprozess zu vereinfachen und damit den Tourismus in Indien anzukurbeln, haben die indischen Behörden 2015 zusätzlich zu den regulären Visakategorien das „e-Tourist-Visa“ eingeführt und dieses sukzessive erweitert. Zu Anfang war das elektronische Touristen-Visum ausschließlich für kürzere Aufenthalte gedacht mit einer maximalen Aufenthaltsdauer von einem Monat. Zuletzt musste man nach spätestens 60 Tagen ausreisen. Anfang 2019 gab es erneut umfassende Änderungen.

Wie lange ist das e-Visum Indien gültig?

Nach den neuesten Bestimmungen ist das e-Visa für Touristen ab dem Ausstellungsdatum für ein Jahr gültig. Es berechtigt zur mehrfachen Einreise, man darf 90 Tage am Stück im Land bleiben. Konkret bedeutet das: Ich darf mich mit ein und demselben Visum bis zu einem Jahr in Indien aufhalten, muss jedoch nach drei Monaten aus- und wieder einreisen.

Wie lange vorher muss ich das e-Visum Indien beantragen?

Man muss das e-Visum mindestens vier Tage vor der Einreise beantragen.

Kann ich überall in Indien mit dem e-Visa einreisen?

Inzwischen kann man an 28 Flughäfen in Indien mit dem e-Visa einreisen, u.a. in Ahmedabad, Amritsar, Bagdogra, Bangalore, Bhubaneshwar, Calicut, Chennai, Chandigarh, Cochin, Coimbatore, Delhi, Gaya, Goa, Hyderabad, Jaipur, Kolkata, Lucknow, Madurai, Mangalore, Mumbai, Nagpur, Portblair, Pune, Tiruchirapalli, Trivandrum und Varanasi. Des weiteren kann man an fünf Seehäfen einreisen, und zwar in Cochin, Goa, Mangalore, Mumbai und Chennai. Das heißt, auch bei einer Kreuzfahrt reicht ein e-Visum.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Der Reisepass muss ab dem Datum der Einreise noch mindestens sechs Monate gültig sein und mindestens zwei leere Seiten haben. Außerdem muss man im Besitz eines Rück- oder Weiterflugtickets sein.

Wie beantrage ich das e-Visa für Indien?

Das e-Tourist-Visa muss im Vorfeld online beantragt werden, es ist kein Visa-on-Arrival. Auf der Webseite der indischen Einwanderungsbehörde, die dem Ministry of Home Affairs unterstellt ist, findet man ein entsprechendes Online-Formular auf Englisch. Neben den persönlichen Daten und den Reisepassdaten sind eine ganze Reihe von Informationen einzugeben, die man sich vorher zusammensuchen sollte. Unter anderem sind folgende Fragen zu beantworten:

  • an welchem Ort in Indien man einreist
  • Datum der geplanten Einreise
  • welchen Beruf man ausübt, inkl. Name und Adresse des Arbeitgebers
  • Angabe zu den Eltern
  • welche Orte man in Indien zu besuchen plant
  • ob man Indien schon mal bereist hat und wenn ja, welche Orte man besucht hat
  • falls man schon mal in Indien war, Nummer und Ausstellungsdatum des letzten Visums
  • ob man in der Vergangenheit ein Land der „South Asian Association for Regional Cooperation“ (SAARC) bereist hat; dazu gehören neben Indien Nepal, Pakistan, Sri Lanka, Afghanistan, Bangladesh, Bhutan und die Maldieven
  • Angabe einer Referenzperson inkl. Adresse in Indien
  • Name und Kontaktdaten einer Kontaktperson in Deutschland
  • ob man schon ein Hotel gebucht hat, Name des Hotels

Welche Dokumente brauche ich für das e-Visum Indien?

Bei der Online-Beantragung müssen verschiedene Dokumente hochgeladen werden, diese bereitet man idealerweise im Vorfeld vor. Neben einem Scan der Seite mit den persönlichen Daten ist ein Passfoto hochzuladen. Das geforderte Format weicht von dem im deutschen Reisepass ab: das Passfoto muss quadratisch und mindestens 350 x 350 Pixel groß sein. Die Datei der Passseite darf max. 300 KB groß sein, das Foto maximal 1 MB.

Was kostet das Indien e-Visa?

Bei der Beantragung über die offizielle Webseite der indischen Behörden wird eine Gebühr in Höhe von 80 US-Dollar erhoben. Nach dem Ausfüllen und Überprüfen des Formulars klickt man auf „Pay Now“ und wird auf eine Seite der State Bank of India weitergeleitet, über die die Gebühr per Kreditkarte oder Paypal zu entrichten ist. Bei Bezahlung mit Kreditkarte kommen 2,5 Prozent Bankgebühren dazu, bei Paypal 3,5 Prozent.

Wie erhalte ich mein Visum nach der Bezahlung?

Nach erfolgter Zahlung erhält man eine sogenannte Application ID. Innerhalb weniger Stunden wird man per Mail über den Status des Visums informiert. Man sollte sich vergewissern, dass es den Status „Granted“ hat. Das Visum selbst kann man dann mit der Application ID und der Reisepassnummer abrufen. Man muss es ausgedruckt mit sich führen. An den Flughäfen in Indien gibt es separate Schalter für die Einreise mit e-Visum, der Ausdruck ist dort vorzuzeigen.

Was muss ich sonst noch beachten beim elektronischen Visum für Indien?

Es kann passieren, dass das e-Visum abgelehnt wird. Grund dafür sind in der Regel Eingabefehler, beispielsweise Zahlen- oder Buchstabendreher bei der Passnummer. Man sollte die Angaben vor dem Absenden daher lieber einmal zu viel als zu wenig kontrollieren.

Es kommt immer wieder auch zu Schwierigkeiten bei der Bezahlung. Hier sollte man ebenfalls genau aufpassen. Nach drei erfolglosen Zahlungsversuchen wird die Application ID geblockt. In einem solchen Fall muss man das Antragsformular erneut ausfüllen, das ist erst nach zwei Stunden möglich.

Alternativ: e-Visa Indien über eine Visumagentur beantragen

Wer auf Nummer sicher gehen will, gerne einen persönlichen Ansprechpartner hat oder der Meinung ist, dass die Englischkenntnisse nicht ausreichen, um sich mit der umfangreichen, englischsprachigen Webseite auseinanderzusetzen, kann sich Unterstützung bei einer Visumagentur holen. Anbieter wie VisumAntrag.de bieten für das Visum Indien ein deutschsprachiges Antragsformular mit Erläuterungen zu den Fragen an. Die über das Upload-Tool hochgeladenen Scans werden von einem Mitarbeiter kontrolliert. Bei Fragen oder Problemen steht rund um die Uhr ein Support-Team zur Verfügung. Dieser Service kostet natürlich: die Kosten für ein Indien Visum liegen hier bei 109,95 Euro.

Visum Indien: das reguläre Indien-Touristen-Visum

Ich bin bislang immer mit einem klassischen Touristen-Visum eingreist, da ich häufig mehrere Monate oder zweimal im Jahr in Indien war und die Möglichkeit zur mehrfachen Einreise haben wollte. Dies gibt es beim e-Visum erst seit kurzem. Vielleicht aus Gewohnheit oder weil ich zu viel über mögliche Schwierigkeiten mit der Bezahlung beim e-Visa gelesen hatte, habe ich für meine zweiwöchige Reise im März 2019 wieder ein „Sticker-Visum“ beantragt.

Wie lange ist das reguläre Indien-Visum gültig?

Auch hier gab es einige Änderungen. Bis vor kurzem war das reguläre Touristen-Visum sechs Monate gültig. Inzwischen kann man wählen zwischen einer Gültigkeit von einem Jahr oder fünf Jahren. Wer also plant, häufiger nach Indien zu reisen, ist mit einem 5-Jahres-Visum gut bedient.

Wie teuer ist das klassische Touristen-Visum für Indien?

Das 1-Jahres-Touristen-Visum kostet 105,50 Euro, das 5-Jahres-Visum 200,50 Euro.

Bei der Beantragung über den für Bayern zuständigen Dienstleister IVS habe ich zuletzt insgesamt 137,63 Euro bezahlt. Es gibt nämlich leider nur noch die Option, den Pass per DHL Express zurück zu bekommen. Zudem fallen Gebühren für zwei SMS und das Ausfüllen von Formularen an.

Wie beantrage ich das reguläre Indien Visum?

Für die Beantragung des klassischen Touristen-Visums für Indien muss man wie beim e-Visa zunächst bei der indischen Einwanderungsbehörde online ein Formular ausfüllen. Das Formular ist nahezu identisch zu dem für das elektronische Visum. Auch hier muss man ein Passfoto und die erste Passseite hochladen.

Nach der Online-Beantragung muss man die Unterlagen bei dem für das jeweilige Bundesland zuständigen, offiziellen Service-Dienstleister einreichen. Eine Übersicht über die regionalen Zuständigkeiten findet sich weiter unten. Dazu ist das Formular auszudrucken und zu unterschreiben, rechts oben muss das Passfoto aufgeklebt werden. Man kann die Unterlagen entweder persönlich abgeben oder per Post einreichen.

Bei der persönlichen Abgabe muss die Gebühr direkt in bar bezahlt werden.

Bei der postalischen Abgabe ist die Gebühr zu überweisen. Eingeschickt werden müssen der Reisepass, das ausgedruckte Formular, zwei Passfotos sowie der Bankbeleg.

Auch beim regulären Visum kann man natürlich den Weg über einen Visumanbieter gehen. Der ist vielleicht besser erreichbar als die von den indischen Behörden beauftragten Dienstleister. Zumindest in München ist es mir noch nie gelungen, jemanden telefonisch oder per Mail zu erreichen. Und das hätte ich letztes Mal sehr gerne, denn die Webseite mit dem Online-Formular war leider führ mehrere Tage nicht verfügbar.

Wie lange dauert die Genehmigung des klassischen Visums?

Bei der persönlichen Abgabe des Antrags erhält man eine SMS, wenn das Visum genehmigt ist. Über die Zustellung per DHL Express wird man per Mail informiert. Die Bearbeitung dauert ca. 5 Werktage. Häufig geht es auch schneller, beim letzten Mal hat es jedoch etwas länger gedauert.

Bei der Beantragung per Post muss man mit etwa zwei Wochen Bearbeitungszeit rechnen. Es wird empfohlen, das Visum mindestens vier Wochen vor der geplanten Abreise zu beantragen.

Die indischen Behörden empfehlen auch, den Flug erst zu buchen, wenn das Visum genehmigt wurde. Ich habe meinen Flug allerdings immer schon vorher gebucht und mein Visumantrag ist bisher auch noch nie abgelehnt worden.

Adressen und Zuständigkeiten für die Beantragung eines regulären Touristenvisums

Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen:

International Visa Services Europe GmbH
Fritschestraße 61/62
10627 Berlin
Telefon: +49 30 31997780
E-Mail: ivsberlin@internationalvisaservices.net
Webseite: www.ivs-germany.com

Baden-Württemberg, Bayern:

International Visa Services Europe GmbH
Prinzregentenstraße 120
81677 München
Telefon: +49 89 28673805
E-Mail: ivsmunich@internationalvisaservices.net
Webseite: www.ivs-germany.com

Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein:

Indo German Consultancy Services Ltd.
Spaldingstraße 74
20097 Hamburg
Telefon: +49 40 2880560
E-Mail: hamburg@igcsvisa.de
Webseite: www.igcsvisa.de

Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein, Niedersachsen

Indo German Consultancy Services Ltd.
Bettinastrasse 52
60325 Frankfurt am Main
Telefon: +49 69 7422200
E-Mail: frankfurt@igcsvisa.de
Webseite: www.igcsvisa.de

Hinweis: Stand April 2019. Da sich immer wieder etwas ändert, sollte man sich vor einer geplanten Indienreise unbedingt rechtzeitig auf den offiziellen Behördenseiten informieren. Ich werde versuchen, diesen Beitrag regelmäßig zu aktualisieren.

*Transparenz: Dieser Beitrag wurde unterstützt von VisumAntrag.de. Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst.

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