Outdoor SUP Ammersee

Blogparade: Berge, SUP und Surfen, meine Outdoor-Highlights 2016

Mein Stresskiller und Energiebooster, das sind die Berge. Einen Fuß vor den anderen setzen, Schritt für Schritt, Höhenmeter für Höhenmeter, mich dabei auf nichts anderes als auf den Rhythmus meines Atems konzentrieren. Das ist wie Meditation. Ein Tag in den Bergen, das fühlt sich an wie ein kleiner Urlaub, auch wenn der Weg zum Ziel mitunter beschwerlich ist. Schon bevor ich oben ankomme, ist der Alltag weit weg. Dann belohnt werden auf dem Berggipfel. Den Blick in die Ferne schweifen lassen, das Gefühl von grenzenloser Weite spüren. Das Gefühl jener Zeitlosigkeit aufsaugen, die es nur hier oben gibt und die einen alles vergessen lässt. Unbezahlbar.

Outdoor Berge Tegernsee Aueralm

Ich hatte einige dieser großartigen Bergmomente letztes Jahr. Wir in München sind da privilegiert: Das Alpenvorland liegt direkt vor unserer Haustür und Österreich ist auch nur einen Steinwurf entfernt. Wie oft ich auf den Almen rund um den Tegernsee war, kann ich gar nicht mehr zählen. Mit Schnee, ohne Schnee. Mit Sonne, ohne Sonne. Mit unzähligen Spinatknödeln. Und zahllosen Litern Erdbeerbuttermilch. Und jedes Mal erneut mit unzähligen „Wow“-Momenten. Die jährliche Wandertour im Karwendel und Rofan anlässlich des Achenseelaufs fiel 2016 leider aus. Stattdessen war ich zum ersten Mal in Osttirol, im Nationalpark Hohe Tauern. Wenn auch ohne Gipfelbesteigungen, dafür aber mit kleineren Genusstouren, zu Fuß und auf dem Rad. Die großartigsten Bergerlebnisse in 2016 hatte ich zweifelsohne auf den Kapverden, dazu wird es in Kürze mehr zu lesen geben!

Glücksmomente am Meer und den oberbayerischen Seen

So sehr ich die Berge liebe – im und auf dem Wasser erlebe ich ähnliche Momente des Auftankens, des Abschaltens und des Glücks. Wenn ich den salzigen Duft des Meeres rieche, das Rauschen der Wellen höre, das Wasser meine Füße umspült, ich langsam ins Wasser hineingleite, die Wellen mich hinaustragen und ich mich von ihnen auf dem Rücken treiben lasse. Ich kann auch stundenlang einfach nur am Wasser sitzen, die glitzernden Wellen beobachten, auf den unendlichen Horizont am Meer starren. Oder an den oberbayerischen Seen auf die Bergkulisse in der Ferne.

Auch wenn gerade wieder Schneeflocken auf meine Loggia fallen und zu dieser Jahreszeit eher der Berg als das Wasser lockt, sei es zum Wedeln auf der Piste oder zum Schneeschuhwandern, kamen mir für die Blogparade „Euer Outdoor-Highlight 2016“ meines Iron-Blogger Kollegen Markus vom Outdoor-Blog spontan zwei Outdoor-Highlights am Wasser in den Sinn.

Per SUP-Board zum Fischbrötchenessen auf die Fraueninsel

Mehr oder weniger zufällig bin ich vor drei Jahren zum Stand-Up-Paddling gekommen. Am Ammersee habe ich seinerzeit einen Kurs und meine ersten Touren gemacht, von Eching Richtung Schondorf und Utting, vorbei an Holzstegen, Badehäuschen und gurrenden Wasservögeln im Schilf. Frühmorgens, wenn die Luft noch ganz klar ist oder am frühen Abend, wenn man mit dem Board in den Sonnenuntergang hinein paddeln kann und die Bergkulisse in der Ferne in ein sanftes Licht getaucht ist. Das sind die Momente, in denen ich vom Wasser am liebsten gar nicht mehr weg möchte.

Außer am Ammersee schwinge ich mich hin und wieder auch am Starnberger See auf das SUP-Board. In der Surfschule am Café Nordbad in Tutzing habe ich zum ersten Mal SUP-Yoga gemacht. Im nach unten schauenden Hund die Berge aus einer ganz neuen Perspektive betrachtet und dabei versucht, das Gleichgewicht zu halten.

Das Ufer habe ich beim SUP immer ganz gerne in sichtbarer Nähe. Als Thomas vom Blog SUPmatrose letzten Mai mit mir zum Chiemsee fuhr, hatte ich zunächst etwas wackelige Knie, denn die Tour, die er ausgewählt hat, würde uns ein gutes Stück über den offenen See führen. Der See lag zwar spiegelglatt vor uns, als wir an der Surfschule in Gstadt unsere Boards fertig machten, doch auf der Strecke zur Fraueninsel verkehren auch Fährschiffe. Doch kaum auf dem Board und die ersten Male das Paddel in das Wasser getaucht, hatte ich rasch meinen Rhythmus gefunden.

Outdoor SUP Chiemsee Fraueninsel

Outdoor SUP Chiemsee Gstadt

Outdoor SUP Chiemsee Fraueninsel

Outdoor SUP Chiemsee Fraueninsel

Outdoor SUP Chiemsee Fraueninsel

Auf den Bergen, die an einem klaren Tag wie diesem zum Greifen nah wirken, lag noch Schnee. Die Farben, so intensiv und frisch, wie sie nur im Frühsommer sind. Ohne durch die Wellen der Dampfer aus dem Takt gebracht und ins Wasser katapultiert zu werden, erreichten wir die Fraueninsel, die ungefähr einen Kilometer von Gstadt entfernt ist. Vorbei an alten Kirchen, Künstlerateliers, Cafés und Kiosken, an denen frischer Fisch verkauft wird, umrunden wir die Insel. Der Duft von geräuchertem Fisch ließ uns nicht los. Wir paddeln zu einer Anlegestelle, finden zwischen den Booten noch einen Platz für unsere Boards und lassen uns frische Renkenfilets in der Semmel schmecken. Das Leben ist schön!

P.S. Die nette Dame vom Chiemsee Surfcenter Gstadt hat übrigens beide Augen zugedrückt, als ich mein Leihboard erst nach zweieinhalb anstatt einer Stunde zurückgegeben habe. Man kann hier auch Kurse und Touren buchen.

Die perfekte Welle: Surfen in Lahinch in Irland

Dass ich nach meinen missglückten Surfversuchen am Gardasee jemals wieder auf einem Surfbrett stehen würde, hätte ich mir in meinen kühnsten Träumen nicht vorzustellen gewagt. Das Segel, der Wind, das kalte, norditalienische Seewasser und ich – wir wurden damals keine Freunde. Ausgerechnet im stürmischen, kühlen Irland sollte ich letzten Sommer nochmals einen Versuch wagen. Allerdings ohne Segel, Wellenreiten stand auf dem Programm.

Outdoor Irland Surfen Lahinch

Outdoor Irland Surfen Lahinch

Outdoor Irland Surfen Lahinch

Outdoor Irland Surfen Lahinch

Dass Irland ein Surferparadies sein soll, genauer gesagt das kleine Örtchen Lahinch im County Clare an der Südwestküste in der Nähe der berühmten Cliffs of Moher, war mir bis dahin unbekannt. Hawaii, Bali, Ägypten. Aber Irland? Tatsächlich zieht es Surfprofis aus aller Welt nach Lahinch. Durch die Nähe zur den Steilklippen entstehen in der Bucht von Liscannor oft gigantische, atlantische Brecher.

Die gab es glücklicherweise nicht an dem Tag, als ich unter Anleitung des ehemaligen irischen Surf-Landesemeister John McCarthy mein Glück auf den Wellen suchte. Die See zeigt sich sanft, passend für einen Anfänger wie mich. Hätte ich keinen Neoprenanzug getragen, durch den das erstaunlicherweise doch nicht so kalte Atlantikwasser auf meine Haut sickerte, ich hätte mich wie auf der Yogamatte gefühlt. Lege dich auf den Bauch, Oberkörper aufrichten, Arme anwinkeln und Hände neben den Rippen ablegen.  Im Yoga nennt man das Bhujangasana, Babykobra.

„Catch a wave, and you’re sitting on top of the world”
– The Beach Boys –

Mein Körper stand unter Hochspannung. Johns Auftrag: Im Stehen auf den Wellen Richtung Strand reiten. Nervös wartete ich auf das Kommando. Paddeln, paddeln, paddeln. 1, 2, 3, 4, 5. Mich abdrücken und auf die Knie springen. Linken Fuß nach vorne, rechten Fuß nach vorne. Dann den Körper aufrichten. Tatsächlich stand ich einen Moment später auf dem Brett. Und spürte dieses unbeschreibliche Gefühl, als die Welle mich vorwärts trieb. Diesen klitzekleinen Moment, bevor die nächste Welle das Brett erfasste und kurze Zeit später das Salzwasser über mir zusammen schwappte. Ein neuer Versuch. Bis die Arme müde wurden und das Hinaufkrabbeln auf das Surfbrett immer beschwerlicher wurde. Trotz des unglaublichen Muskelkaters möchte ich sie dieses Jahr wieder erleben, die Glücksmomente auf dem Surfbrett. John hatte uns ja schon zu Anfang gewarnt – „Surfing is highly addictive!“.

*Die Fotos von der SUP-Tour am Chiemsee stammen von Thomas Pfannkuch, der auf SUPmatrose über SUP-Touren, -Reisen und -Equipment bloggt.

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8 comments

  1. H

    Servus Alexandra!

    Sehr schöner Artikel, vielen Dank!
    Eine Tour zu einigen Seen im benachbarten Bayern steht für dieses Jahr auf meinem Programm für eine Fototour. Da hat dieser Artikel meine Lust drauf erhöht!

    Have fun
    Horst

  2. Servus Horst, freut mich, dass Dir der sportive Beitrag gefällt :-). Hoffe, ich schaffe es im Sommer auch mal zu den österreichischen Sonne. Maria von kofferpacken.at hat mir schon den Mund wässrig gemacht mit diversen Zielen dort! Schöne Grüße, Alexandra

  3. K

    Hallo Alexandra!

    Ein toller Artikel! Der macht richtig Lust sich selbst mal aufs Wasser zu schwingen. Besonders SUP würde ich echt gerne mal ausprobieren! Wie lange braucht man wohl, bis man einigermaßen sicher steht?

    Viele Grüße!

  4. Hallo Katja, vielen lieben Dank! Ich kann es auch kaum erwarten, wieder aufs SUP-Board zu steigen. Die ganz Unerschrockenen machen das ja auch im Winter mit einem Drysuit, aber ich bin da eher der Sommerfan :-). Eigentlich lernt man das sehr schnell. Ich habe einen 2-stündigen Einsteigerkurs gemacht und konnte eigentlich sofort alleine „fahren“. Liebe Grüße, Alexandra

  5. Das sind wirklich ganz herrliche Momente. Man kann so richtig im Fernweh schwelgen und ich freue mich nun schon so, auch mein SUP endlich im Frühling ausführen zu können!

    Wenn ich es schaffe, mache ich auch im Februar noch bei der Blogparade mit.

  6. Liebe Din, aufs SUPen freue ich mich auch schon wieder, ich plane derzeit einen Besuch in Riga im Sommer mit SUP-Erkundungen! Ja, mach‘ gerne bei der Blogparade mit, finde so was immer klasse, bin gespannt, ob ich das dann etwas auf Deinem Blog finde :-). LG, Alexandra

  7. Liebe Alexandra,
    das sind ja tolle Outdoor-Highlights, die du hier ausgesucht hast. Wenn ich das Wort Outdoor höre, denke ich automatisch sofort an die Berge. SUP habe ich bisher nur in Mosambik einmal ausprobiert, fand das aber echt cool, so dass ich mir gut vorstellen könnte, mich nochmal aufs Brett zu stellen.
    Surf-Erfahrung hab ich noch keine, aber in Costa Rica waren wir Bodyboarden. Das ist ja echt gar nicht so einfach, die perfekte Welle abzukriegen 😉 Mein persönliches Outdoor-Highlight waren allerdings die tollen Wanderungen in den Nationalparks von Costa Rica: Vulkane, Wasserfälle und geniale Tiere.
    LG Annika

  8. Liebe Annika, SUP in Mosambik, wie aufregend klingt das denn? Wow! Da kein der Ammer- oder Chiemsee hier nicht mithalten :-). Bodyboarden kenne ich gar nicht, muss ich mir mal anschauen! Wandern in Costa Rica klingt jedenfalls auch phantastisch, habe in der letzten Zeit soviel über dieses Land gelesen, dass ich unbedingt auch endlich mal hin muss. Liebe Grüße!

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