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Fotoparade: Meine schönsten Reisefotos im zweiten Halbjahr 2017

Viel Zeit habe ich dieser Tage damit verbracht, endlich einmal mein Fotoarchiv zu sortieren und zu versuchen, Herr zu werden über die Tausende von Bildern, die alleine 2017 auf meinen Reisen entstanden sind und die Festplatte meines Laptops im wahrsten Sinne des Wortes zum Glühen bringen. Nachdem ich im Sommer pausiert habe bei der Fotoparade von Michael von „Erkunde die Welt“, habe ich direkt die Gelegenheit genutzt, meine Lieblingsfotos aus dem zweiten Halbjahr 2017 herauszusuchen. Zur Auswahl stehen bei der Fotoparade wie immer die Kategorien Landschaft, Licht, Schwarz-Weiß, Tiere und Natur. Dazu kommen dieses Mal fünf weitere Kategorien: Nahaufnahme, Stadtbild, Farbkontrast, Essen und Aussicht. Hier meine 10 liebsten Reisefotos der letzten sechs Monate!

1. Lieblings-Reisefoto #Landschaft

Die Landschaft, die mich im letzten halben Jahr am meisten beeindruckt hat, waren zweifellos die Anden in Peru. Erst nahezu lieblich, mit saftiggrünen Wiesen, auf denen Schafe weiden und durch die sich Bäche schlängeln. Dann, auf knapp 5.000 Metern, fast lebensfeindlich, eine Geröllwüste, in der ich mich winzig klein wie eine Ameise fühle beim Anblick der noch mächtigeren Gipfel, die uns auf unserem Trek hinauf zum Pumawanka-Pass umgeben.

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2. Lieblings-Reisefoto #Licht

Beim Thema Licht habe ich zunächst an die blaue oder noch viel mehr an die goldene Stunde gedacht, die besonders dankbar vor allem für Landschaftsaufnahmen ist, weil alles in dieses einzigartige, sanfte Licht getaucht wird. Letzlich fiel meine Wahl dann aber auf diese Aufnahme aus Hanghzhou im Südosten Chinas. Auf dem tagsüber vom Nebel umhüllten Westsee am Rande der 9-Millionen-Stadt findet jeden Abend eine Bühnenshow statt, die mit beeindruckenen Lichteffekten arbeitet.

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3. Lieblings-Reisefoto #Schwarz-Weiß

Über 900 Jahre ist sie alt, die chinesische Wasserstadt Zhouzhuang im Yangtse-Delta, etwa 90 Kilometer südwestlich von Shanghai. Egal ob man auf einer der steinernen Brücken steht, durch die kopfsteingepflasterten Gassen spaziert oder sich von einem Gondolière mit einem Boot über die Kanäle schippern lässt – in Zhouzhuang wird ein Stück des alten Chinas lebendig. Das liegt nicht zuletzt an den jahrhundertealten traditionellen Kaufmannshäusern mit den typischen Ziegeldächern, die ein wenig an  Pagoden erinnern und direkt am Kanal gebaut sind. Ich hatte das Foto bei der Nachbearbeitung schon ein wenig so angepasst, dass die gedämpften Farben die besondere Stimmung transportieren, die über Zhouzhuang schwebt; in Schwarz-Weiß gefällt mir das Bild fast noch besser.

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4. Lieblings-Reisefoto #Tiere

Ich war bislang kaum an Orten unterwegs, die prädestiniert sind für eindrucksvolle Tierfotos. In meinem Archiv gibt es keine Pinguine aus der Antarktis oder aus Südafrika, ebensow wenig wie Zebras, Nashörner oder Löwen aus Tansania. Von meiner Trekkingtour in den peruanischen Anden hätte ich ein paar knuddelige Alpakas und Schafe im Angbot. Doch ich habe mich für ein Foto von meiner Kambodschareise im November entschieden. Und zwar von den „Bats of Battambang“, den Abertausenden, einige sprechen sogar von Millionen, von Fledermäusen, die Abend für Abend pünktlich zum Sonnenuntergang ihre Höhle am Phnom Sampov verlassen, um sich auf die Suche nach Futter zu begeben. Ein einzigartiges Spektakel, wenn der blauorange Abendhimmel plötzlich von einem durchchoreografierten Schwarm schwarzer Fledermäuse überzogen wird.

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5. Lieblings-Reisefoto #Natur

Vielleicht ist es kein klassisches Naturfoto, weil es in erster Linie einen alten, verfallenen Tempel zeigt und damit eigentlich einen Kontrast zum Thema Natur bildet. Die Wurzeln der mächtigen Würgefeigen, die das alte Mauerwerk umpressen wie Tentakeln, zeigt jedoch eindrücklich, wie sich die Natur das von Menschenhand Geschaffene wieder zurück erobern kann. Diese Symbiose, die nachdenklich stimmt, hat aus Ta Phrom – besser bekannt als Dschungeltempel oder „Tomb Raider“-Tempel, weil hier einige Szenen aus dem gleichnamigen Film gedreht wurden – eines der bekannten Fotomotive der Welt gemacht. Auch wenn das Motiv vielleicht schon tausendfach existiert, ist es eines meiner Lieblings-Reisefotos des zweiten Halbjahres 2017.

6. Lieblings-Reisefoto #Nahaufnahme

Geschätzt sind drei Viertel meiner Reisefotos Nahaufnahmen. Instinktiv suche ich immer nach den Details im großen Ganzen, nach dem Besonderen, mit dem sich auch aus Szenerien, die sich nicht für eine Totale eignen, interessante Motive gestalten lassen. Natürlich eignet sich Angkor Wat, das berühmteste sakrale Bauwerk der Welt, perfekt für eine Totale. Jeder kennt die Aufnahmen, in denen sich die fünf Türme in dem Lotusteich vor dem Haupteingang spiegeln. Ein wunderschönes Motiv mit einem hohen Wiedererkennungswert. Von dem Foto mit dem jungen Mönch kann niemand erahnen, das es in Angkor Wat aufgenommen wurde. Es könnte in jedem beliebigen Tempel gemacht worden sein, in Kambodscha, in Thailand, in Laos. Dennoch ist es mein Lieblingsfoto meines Besuch in Angkor Wat. Denn Fotografie ist für mich nicht in erster Linie eine Form der Dokumentation, sondern das Festhalten von Eindrücken und besonderen Momenten. Und der Moment, als mein Blick zufällig auf diesen Mönch fiel, mit dem traurigen, ernsthaften und zugleich leicht gelangweilten Gesichtsausdruck, empfand ich als noch eindrucksvoller, als vor den Toren Angkor Wats zu stehen.

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7. Lieblings-Reisefoto #Stadtbild

Glitzernde Megastädte, verschlafene Hauptstädte, idyllische Kleinstädte, aufstrebende Großstädte, antike Tempelstädte, versunkene Ruinenstädte – Städte habe ich wohl auf meinen Reisen in 2017 einige gesehen. Doch was macht ein „Stadtbild“aus? Als erstes fällt mir eine imposante Skyline ein, das unendlich scheinende Häusermeer einer Großstadt. Das ist wohl das Naheliegende. Dann Straßenszenen, wie ich sie zuletzt in der kambodschanischen Hauptstadt gesehen habe. Der Cyclofahrer, der, seine Baseballkappe tief ins Gesicht gezogen, ein Schläfchen in seiner Rikscha hält, weil die Straßen der Stadt an diesem verregnten Sonntag wie leergefegt sind und er vergeblich auf Kundschaft wartet. Oder die zwei jungen Männer am Russian Market in Phnom Penh, die zwei Schweinehälften von ihrem Motorrad abladen und in eine der Metzgereien tragen. Auch wenn ich ein Faible für solche Straßenszenen habe, entscheide ich mich für ein anderes „Stadtbild“ – Machu Picchu, die legendäre Ruinenstadt der Inkas. Warum? Weil der Besuch von Machu Picchu schon so lange auf meiner Wunschliste stand, ich sie diesen Sommer endlich live sehen durfte und dieser Ort mich nicht zuletzt wegen seiner außergewöhnlichen Lage nachhaltig beeindruckt hat.

8. Lieblings-Reisefoto #Farbkontrast

An der Küste Limas scheint es nur drei Farben zu geben, in verschiedenen Nuancen: das Braun des steinwüstenartigen Gebirgszuges, der sich direkt hinter der Küste erhebt, das Grau des Himmels, typisch für die Küste am Südpazifik, die viele Monate im Jahr im Nebel liegt, und nicht zuletzt das Blaugrau des Südpazifiks selbst. Wie eine Fata Morgana, als ob er nicht hergehört, taucht plötzlich dieser Verkäufer mit seinem Fahrrad und seiner knallbunten, gelben Jacke und dem gelben Hut hinter der Kurve auf. Er scheint irgendwie fehl am Platze zu sein. Nicht nur, weil keine einzige Menschenseele außer uns hier unterwegs ist, sondern weil er der einzige bunte Farbklecks ist in dieser braun-grau-blauen südpazifischen Szenerie.

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9. Lieblings-Reisefoto #Essen

Food-Fotografie gehört nicht unbedingt zu meinen Stärken, vor allem in geschlossenen Räumen mit schwierigen Lichtverhältnissen finde ich es immer schwierig, Essen ansprechend in Szene zu setzen. Auch wenn ich gerne meinen Cappucchino und meinen Kuchen für Instastories ablichte, bin ich mit dem Gros meines übrigen „Foodporns“ nicht wirklich zufrieden. So musste ich ein wenig kramen in meinem Fotoarchiv. Gefunden habe ich dann eine Aufnahme aus Shanghai, aus einem Nudelrestaurant in der Altstadt. Die „Baozi“, das sind mit Rind, Garnelen oder Gemüse gefüllte Teigtaschen, wurden in Bambuskörben serviert. Zusammen mit den Holzstäbchen, den Teeschalen und dem Papier mit den chinesischen Schriftzeichen ist es ein ganz passables Ensemble geworden, finde ich.

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10. Lieblings-Reisefoto #Aussicht

Die spektakulärste Aussicht in den letzten Monaten hatte ich zweifelsohne vom Shanghai Tower in Pudong, dem Finanzdistrikt Shanghais. Mit 632 Metern ist der Shanghai Tower derzeit der zweithöchste Wolkenkratzer der Welt. Von der Aussichtsplattform im 119. wirkt selbst der Oriental Pearl Tower mit seinen pink-violetten Kugeln gerade zu winzig, die Fassaden der Hochhäuser auf der anderen Seite des Huangpu-Flusses wie Bienenwaben und das Häusermeer der 25-Millionen-Metropole im Yangtse-Delta nahe des ostchinesischen Meeres schier unendlich.

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30 comments

  1. Herrliche Bilder! Sie machen mir große Lust, dieses spannende Gegend unserer Erde auch einmal zu bereisen!
    Vielen Dank dafür!

    Lg Michael

  2. Vielen, vielen Dank, Michael! Hat großen Spaß gemacht wieder dabei zu sein bei der Fotoparade!
    LG
    Alexandra

  3. Hallo Alexandra, tolle Fotos. Das ‚licht-Bild is schon krass… Viele Grüße

  4. Hallo Stefan, vielen Dank, das freut mich sehr! Die Chinesen lieben solche Lichtspektakel. Auch wenn ich insgesamt kein großer Fan von Lightshows bin – diese Effekte haben mich unglaublich fasziniert!
    Viele Grüße
    Alexandra

  5. He, echt klasse Bilder, Alexandra!
    Wie Michael schon schreibt, da könnte man grad wieder los!

    LG Silvi und Chris

  6. Hallo Silvi und Chris, vielen lieben Dank! Ja, es gibt so viele spannende, fotogene Orte auf dieser Welt. Bei Eurem Beitrag würde ich aber auch am liebsten gerade wieder den Koffer packen, am liebsten nach Kerala, das Foto ist aus Munnar, richtig? LG Alex

  7. Ganz tolle Fotos, gratuliere. Das Foto vom jungen Mönch gefällt mir besonders gut und die Skyline von Shanghai.

  8. Liebe Nicola, das freut mich sehr, ganz lieben Dank <3! Der junge Mönch hat mich echt berührt! Liebe Grüße, Alex

  9. Achja Machu Picchu würde ich auch gerne mal in echt sehen. Auch die anderen Fotos sind toll. Aber Berge wie dieser triggern mich einfach voll. Irgendwann einmal 🙂 Einen Bericht dazu hast Du aber noch nicht geschrieben, oder ? Falls da noch was kommt, werde ich auf jeden Fall die Augen bei Dir auf halten.
    LG, Schwerti

  10. Lieber Schwerti, das freut mich sehr <3! Macchu Picchu ist toll, und Berge faszinieren mich irgendwie überall auf der Welt! Ich werde hier auch noch über Peru berichten, zwei Artikel gibt es bereits bei meiner Freundin Franzi von Coconut Sports, für die ich die Reise wahrgenommen habe. LG Alex

  11. Licht, Tiere, Natur – ich kann mich nicht entscheiden, welches Bild mir am besten gefällt. Sie sind alle super!

  12. Liebe Barbara, das freut mich sehr! Ich hätte am liebsten noch viel mehr Bilder hineingepackt, ich konnte mich auch nur schwer entscheiden! Alles Liebe, Alexandra

  13. Hallo Alexandra
    Viele Tolle Reisen geben viele tolle Fotos. Das Foto vom Wurzelwerk-Tempel gefällt mir am besten. Kam erst kürzlich eine Doku darüber, wie man diese Tempel Retten will. Ich denke, dass man der Natur ihren Lauf lasen soll. Aber das soll nicht unsere Entscheidung sein. Auf jedenfall ein gelungener Beitrag zur Fotoparade.
    LG, Urs

  14. Hallo Urs, vielen lieben Dank, das freut mich sehr! Ja, die Tempel in Angkor sind zum Teil schon sehr gefährdet, aber auch, weil so viele Touristen sie „anpatschen“ und meinen, sie müssten sich für ihre Selfies an den Mauern anlehnen. Das Kompliment gebe ich Dir für Deinen Fotoparaden-Beitrag gerne zurück! LG Alexandra

  15. Schöne Fotos! Dazu noch die Baozi – hach, da muss ich den Beitrag einfach mögen!
    Danke
    Ulrike

  16. Vielen lieben Dank, Ulrike! Dieses Mal hat sich bei meinem Fotoparaden-Beitrag tatsächlich ganz viel China „eingschlichen“, stelle ich gerade nochmal fest. War aber auch definitiv mit die „fotogenste“ Reise dieses Jahr :-). LG Alexandra

  17. Hallo Alexandra,
    jedes Bild ein Treffer.
    Der Ta Phrom weckt Erinnerungen. Zu den Fledermäusen von Battambang hab ich es leider nicht geschafft. Wen ich dein Foto sehen könnte es mich schon reuen.

  18. Vielen lieben Dank, das freut mich sehr! Ta Phrom ist einer meiner Lieblingstempel, so schön! Die „Bats of Battambang“ sind wirklich sehenswert – vielleicht ein Grund mehr für Dich, nochmal nach Kambodscha zu reisen? Liebe Grüße, Alex

  19. Das Bild vom Mönch ist wirklich große klasse! Einen tollen Moment hast du da eingefangen. Meine Augen sind bei deiner Fotoauswahl genau an diesem Bild am längsten hängen geblieben.
    Fotos von Menschen, die nicht wissen das sie fotografiert werden sind immer an eindruckvollsten und natürlich am natürlichsten 🙂

    Viele Grüße, nossy

  20. Hallo Nossy,
    vielen herzlichen Dank für den Kommentar, freut mich sehr, dass Dir das Foto gefällt. Ich habe einen Moment gezögert, den Jungen zu fotografieren, weil ich es ja ohne seine Erlaubnis gemacht habe, aber ich konnte nicht anders, er hat mich so fasziniert.

    Viele Grüße
    Alexandra

  21. wow, eine bildauswahl an wirklich beeindruckenden einzelbildern. sehr schöne motive, sehr schöne fotografische umsetzungen!

  22. Das freut mich sehr, vielen Dank für den lieben Kommentar!

    Liebe Grüße
    Alexandra

  23. Eindrucksvoll auf zwei Arten sind die Fotos, die mir hier am meisten aufgefallen sind… die Bats als Natur – Event auf der einen Seite und die menschengebaute Stadt Shanghai mit ganz hohen und auch noch ganz kleinen Häusern auf der anderen Seite. Liebe Reisegrüsse, Miuh

  24. Das freut mich aber sehr, vielen lieben Dank! Und liebe Reisegrüße zurück, Alexandra

  25. Eigentlich haben mich deine China-Bilder zu deinem Beitrag gelockt, aber besonders beeindruckend finde ich doch die Fledermäuse.

    LG
    Shaoshi

  26. Lieben Dank, Shaoshi! Die Fledermäuse waren unglaublich faszinierend, obgleich auch ein wenig gespenstisch und wir haben uns gefragt, wo sie denn hinfliegen und ob sie auch alle gesammelt wieder zurückkommen in die Höhle. Schön, dass ich auf diesem Weg auch Deinen Blog kennengelernt habe :-). LG Alexandra

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