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Robert Louis Stevenson ist vor allem bekannt als Autor des Abenteuerromans „Die Schatzinsel“ und des Psychothrillers „Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde“. Daneben verfasste er unzählige Essays, Gedichtbände, Schauspiele, Novelle und Romane. Und Reiseberichte. Seine Lungenkrankheit zwang ihn, seine Heimat Großbritannien zu verlassen und in südlichere Gefilde umzusiedeln. Nach längeren Aufenthalten in Südfrankreich, der Schweiz und Kalifornien ließ er sich schließlich in Samoa nieder. Er unternahm viele, zum Teil abenteuerliche Reisen. Zog zwölf Tage mit einer Eselin durch das französische Mittelgebirge und begleitete schottische Auswanderer mit dem Schiff über den Atlantik nach New York und weiter mit dem Zug quer durch das Land bis nach Kalifornien. Stevenson hatte eine Kajüte gebucht, doch es waren die ärmlichen Zwischendecks und ihre Menschen, die seine Aufmerksamkeit auf sich zogen. Die Erlebnisse dieser von Schmutz, Armut und Entbehrung, aber auch von der Unbesiegbarkeit menschlicher Leidenschaften geprägten Überfahrt schildert Stevenson in seinem literarischen Reisebericht „Emigrant aus Leidenschaft“.

Reisen, nicht um anzukommen, sondern um zu reisen. Die Erfahrung des Reisens an sich spüren. Wie fühlt es sich an, einen kompletten Tag, 24 Stunden, in einem Zug zu sitzen und dabei einen Kontintent von Ost nach West zu durchreisen? Die unterschiedlichsten Landschaften an sich vorüberziehen zu sehen? Sich mit den unterschiedlichsten Menschen das Abteil zu teilen? Für eine begrenzte Zeit an deren Leben teil zu haben? Sich zu erzählen, woher man kommt, wohin man möchte. Was man sonst so treibt, wenn man nicht gerade reist.

Für mich ist Reisen wie für Robert Louis Stevenson etwas ganz Besonderes. Ich reise nicht, um von A nach B zu kommen. Ich reise, um einzutauchen in eine andere Welt, um mich einzulassen. Ich wähle daher nicht immer das bequemste und schnellste Verkehrsmittel. Ich lasse mich gerne treiben. Entscheide mich häufiger für die abenteuerliche Fahrt mit lokalen Bussen und gegen die Mitfahrgelegenheit im Taxi. Reise gerne mit dem Zug durch das Land anstatt ein Flugzeug zu besteigen. Ich erinnere mich an das Reisen, an das Bewegen von A nach B, mindestens genauso gerne, wie daran, irgendwo anzukommen. Vielleicht sogar noch mehr. Ich reise um des Reisens willen. Aus Leidenschaft. Und werde mich immer wie ein „Emigrant aus Leidenschaft fühlen“.

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