Blick über den Tassenrand – Blogparade „Meine Lieblingstasse“

Hin und wieder über den eigenen Tellerand zu blicken, soll angeblich nicht schaden. Wenn alle Teller in der Spülmaschine sind, tut es sicherlich auch ein Blick über den Tassenrand. Ich schaue heute mal über meine Tasse hinaus. Eigentlich wollte ich ja an dieser Stelle über meine Weiterreise nach Mysore berichten und erzählen, wie dämlich ich mich beim Ashtanga Yoga angestellt habe. Der Ausflug zum Raja von Mysore muss noch ein bisschen warten. Denn als bekennende Latte-Macchiato-Trinkerin, Cappucchino- und Teeliebhaberin muss ich einfach bei der Blogparade „Meine Lieblingstasse“ von Stefan Evertz mitmachen.

Eine meiner Lieblingstassen steht gerade vor mir und ist eigentlich ein Glas. Denn meine Latte Macchiato „extra heiß“ – heute, weil Sonntag ist, mit einem köstlichen, gigantisch großen Stück Käsekuchen aus dem Café Nona, wo ich eben schnell mit der Jogginghose hingeschlappt bin – trinke ich gerne stilecht aus dem Glas. Dafür nehme ich eines der großen, dickwandigen Gläser von Pitu, die ich mal für eine Caipirinha-Party anlässlich des WM-Endspiels zwischen Deutschland und Brasilien gekauft habe. Das muss 2002 gewesen sein, also ziemlich lange her. Ich kann mich aber noch sehr gut daran erinnern. Es war ein brütend heißer Abend, die 80 Limetten aus der Metro gingen viel zu schnell zur Neige. Das Eis auch. Die Party dauerte bis in die Morgenstunden, das ein oder andere Glas ging auch zu Bruch, aber die meisten halten bis heute.

Aus „wilderen“ Zeiten stammt auch meine zweitliebste Tasse. Die habe ich anno 1996 – oh Gott, das ist ja noch viel länger her – zum Geburtstag bekommen. Ich verrate nicht, der wievielte das war. Ich kann mich so gut daran erinnern, weil es ein besonderer Geburtstag war, und zwar in meiner WG im Richmond House in Portmouth, wo ich ein Jahr studiert habe. Und mit den anderen Austauschstudenten das ein oder andere Fest gefeiert habe. Ich habe die Tasse schon lange nicht mehr benutzt – als ich sie heute zum Fotografieren aus dem Schrank geholt habe, flogen mir ein paar Staubflöckchen entgegen – aber sie wird mich immer an die tolle Zeit in „Pompey“ erinnern.

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Ebenfalls aus nostalgischen Gründen beherbergte mein Schrank lange Zeit auch ein wildes Sammelsurium aus Werbetassen. Cabletron, Enterasys Networks, Citrix – wer als IT-Unternehmen in den Heydays der New Economy etwas auf sich hielt, verschenkte Tassen an seine Kunden. Und an seine PR-Agentur. Als ich diese verließ, durfte ich meine persönliche Sammlung mitnehmen. Die Tasse von Citrix war eigentlich richtig schön, mit meiner Lieblingsfarbe Türkis, dazu Orange und alles in ein psychedelisches Muster gegossen.

Die Kunden-Tassen mussten bei einer Renovierung vor ein paar Jahren weichen. Seitdem gibt es in meiner Küche Tassen von Arzberg und Villeroy & Boch, mit zunehmendem Alter wird man dann doch etwas anspruchsvoller. Mein morgendlicher Cappucchino aus der George-Clooney-Nespresso-Maschine kommt in die große, weiße Arzberg-Tasse, die hat ein schlichtes, aber edles Design. Ja, ich weiß, 1 kg Kaffee aus diesen Kapseln kostet 80 Euro und für das vertrunkene Geld hätte ich mir bestimmt schon eine Jura-Maschine leisten könnten. Aber ich mag meine kleine, cremefarbene Maschine und vor allem macht der Thermobecher den besten Milchschaum aller Zeiten.

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Den Nachmittags-Cappucchino am Wochenende gönne ich mir aus den bunten Villeroy & Boch-Tassen, die mir mal meine Mutter spendiert hat. Ich habe zwei brombeerfarbene und eine karamellfarben Garnitur. Mir gefällt das Konzept, dass man alle Tassen und Untertassen untereinander mischen kann. Ebenfalls „sponsored by Mom“ ist mein Teeset, das ich allerdings fast nie benutze, weil so wenig in die Tasse hinein passt. Ich weiß, richtige Teetassen müssen so niedrig und breit sein, die beiden Teebecher, die ich mal nach einer Teezeremonie in Beijing gekauft habe, sind ähnlich klein. Stehen daher auch ausschließlich zu Dekozwecken im Regal.

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So, der Käsekuchen ist verspeist, der Rest der Latte Macchiato nur noch lauwarm, Zeit für einen gemütlichen Couchabend. Mit Tee. Schoko-Chai. Oder ich probiere mal den neuen Roibusch-Tee, „Mond & Sterne“, mit weißen Schokoladensternen und Toffee-Tropfen. Klingt sehr vielversprechend, finde ich. Wenn ich nur wüsste, welche Tasse ich nehmen soll …

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4 comments

  1. Ich liebe Tee und mindestens genauso meine Tassen, Gläser und Travelmugs. Ein toller Post! Ich finde es nämlich genauso spannend darüber zu lesen.

  2. freut mich, dass dir der post gefällt, mir hat es auch sehr viel spaß gemacht, über dieses thema zu schreiben und in den anderen beiträgen der blogparade zu stöbern. hätte noch einige lieblingstassen mehr vorzustellen, vielleicht sollte ich einen teil ins büro auslagern, eine „best of“-auswahl meiner tees steht jedenfalls schon auf meinem schreibtisch.

  3. Das hört sich aber auch gut an! Ich traue mich auch schon keine neuen Tassen mit nach Haus zu nehmen. Langsam muss ich sie als Dekoration einsetzen, weil der Tassenschrank keine mehr aufnehmen mag.

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