#Tatort oder #Ironbloggen – die allsonntägliche Frage

Wie oft habe ich mir schon vorgenommen, meinen wöchentlichen Blogpost nicht mehr auf den letzten Drücker zu schreiben. Das heißt am Sonntag Abend, der für mich als Krimifan eigentlich für den Tatort reserviert ist. An dem führt einfach kein Weg vorbei und dann wird es oftmals im wahrsten Sinne des Wortes fünf  vor zwölf, bevor der Iron Blog Bot um Mitternacht zuschlägt und darüber entscheidet, wer am Montag früh auf der Webseite der eisenharten Blogger unter „Die Fleißigen“ und wer unter „Die Faulen“ steht.

ttt_kölnBildnachweise: WDR und WDR/Colonia Media GmbH/Martin Valentin Menke. Hoffentlich ist die Quellenangabe korrekt und ich bekomme keine Abmahung wegen der Nutzung dieser Bilder …

Unter „Die Faulen“ stehe ich ungerne, da poste ich inzwischen lieber mal ein Foto mit einem „Zitat der Woche“. Weniger wegen der 5 Euro, die ich sonst als Strafe in die Trinkkasse zahlen müsste, mehr wegen der Ehre. Wobei, ist das Posten eines Foto mit dem Zitat eines schlauen Menschen nicht auch so eine Art Cat Content? Der eigentlich bei uns Iron Bloggern verpönt ist?

Und wollte ich nicht spätestens seit dem Münchner Bloggerstammtisch mit Blogger-Guru Richard Gutjahr im Presseclub München die Blogfrequenz erhöhen? Das Gutjahr’sche Fitnesstraining beginnen, wonach „ein Mal kein Mal“ ist und man seine Leserschaft nur ausbauen kann, wenn man mindestens drei Mal die Woche bloggt? Der Weg zu einer steil nach oben gehenden Google Analytics-Kurve führt also nur über harte Disziplin. Die befindet sich im Moment bei mir offenbar einen seligen, dämmrigen Winterschlaf. Unter dem Schnee begraben. Schleicht sich auch in den Bereich Sport. Die Joggingschuhe langweilen sich. Meine funkelnagelneue, schöne, rutschfeste Yogamatte steht schon seit zwei Wochen beleidigt in der Ecke.

Dabei liebe ich meine Yogastunden. Fühle mich danach jedes mal erfüllt und gleichzeitig erschöpft und energiegeladen. Genauso sehr liebe ich das Bloggen. Wenn ich anfange, einen neuen Blogpost über meine Reisen zu schreiben, ist das für mich fast so, als ich ob ich die Reise noch einmal erlebe. Wenn ich in meinen Tagebüchern oder in meinen Reiseführern blättere, die passenden Fotos heraussuche und mir überlege, wie ich meine Erlebnisse verpacke, kann ich die Gerüche riechen, die Farben sehen, die Geräusche hören, die Atmosphäre spüren, noch einmal richtig hinein tauchen.

Wenn mir das alles so viel Freude macht, warum schaffe ich es nicht, mindestens zwei mal die Woche ins Yogastudio zu gehen oder häufiger zu bloggen anstatt ein schlechtes Gewissen wegen geschwänzter Yogastunden zu haben und heute Abend schon wieder zu denken „Oh Gott, ich muss noch bloggen!“ Vielleicht muss ich gar kein schlechtes Gewissen haben? Winterzeit ist auch Cocooningzeit. Und wenn ich mich Abends anstatt bei Schnee und Kälte zum Yogastudio zu flitzen lieber unter meine Flauschdecke kuschele und den Tag reflektiere bei schöner Musik und einem Tee oder einem Gläschen Wein – oder beim Tatort -, ist das auch in Ordnung. Genauso wie einen Tag mit blauem Himmel und Wintersonne in netter Gesellschaft draußen zu verbringen anstatt alleine am Schreibtisch zu sitzen.

wawi

Ja, das Bloggen. Vielleicht ist auch irgendwann der Akku leer, das Text- und Buchstabenkontingent aufgebraucht. Nachdem ich auch beruflich mit Texten zu tun habe und den ganzen Tag recherchiere und schreibe, derzeit hauptsächlich für Blogs, unter anderem für den Blog des offiziellen München-Portals und ein US-amerikanisches Software-Unternehmen, bin ich manchmal  ganz froh, wenn ich keine Sätze mehr basteln muss. Und für meine Reiseberichte nehme ich mir gerne Zeit. Füttere das Erlebte gerne mit Hintergrundinformationen an, Geschichtlichem und Kulturellem. Da sitze ich inklusive Bilderbearbeitung schon mal ein paar Stunden an einem Blogbeitrag. Da ich Perfektionist bin, muss der auch immer sitzen, ich bastele gerne noch mal an den Sätzen und Worten. Obwohl meine strengsten Korrektoren dann doch immer noch den ein oder anderen Tippfehler finden …

Eigentlich betreibe ich ja einen Reiseblog und keinen Tatortblog. Und eigentlich wollte ich heute endlich meine Serie über die buddhistischen Klöster in Ladakh beginnnen, die ich schon vorletzte Woche angekündigt hatte. Über meinen Besuch in Hemis, meine Übernachtung und den Besuch der Morgen-Purja in Thikse, unvergessliche Momente wie unser Fußballspiel mit dem 8-jährigen Ringpoche von Spituk oder unser Zusammentreffen mit abertausenden von Mönchen und buddhistischen Pilgern aus ganz Indien und Nepal, die wie wir im Kloster von Likir auf den Besuch des Dalai Lama warteten.

Nachdem das Last-Minute-Bloggen vor oder nach dem Tatort unter uns Iron Bloggern zum Running Gag geworden ist und sich vorhin eine muntere Twitter-Diskussion entsponnen hat, habe ich mein Blog-Programm für heute Abend spontan umgeschmissen. Und festgestellt. Es geht auch beides – Bloggen und Tatort :-). Die letzten 35 Minuten werde ich jetzt aber ganz ohne Blick auf die sozialen Medien mit Freddie und Max verbringen. Schönen Sonntag noch, liebe Leser, Mitblogger und Tatortfans!

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