„Liebster Award“ – 11 Fragen rund um Reisen, Kochen, Kunst, Musik und sonstige Freuden

Liebster AwardSie steht schon etwas länger auf dem Redaktionsplan, die Beantwortung der Liebster Award-Fragen von Katrin von Freudensprünge. Genauer gesagt seit März letzten Jahres … Liebe Katrin, ich habe Dich nicht vergessen und freue mich noch immer darüber, dass Du mich für den Award ausgewählt hast. Doch irgendwie kam immer etwas dazwischen und immer neue Themen hinzu. Für heute habe ich mir jedoch vorgenommen, endlich die 11 Fragen zu beantworten. Sie drehen sich, passend zu Katrins Blog, um „Alltagsfreuden“, „Gaumenfreuden“ und „Wanderfreuden“, also eine bunte Mischung aus all den Dingen, die das Leben schöner machen. Here we go!

1. Wo war dein schönster Urlaub?
Das ist schwierig zu beantworten. Eigentlich hatten fast alle meiner Reisen ihren besonderen Reiz. Egal ob Kultururlaub in Europa, Städtetrips oder Backpacking auf anderen Kontinenten. An meine Tour durch den Südwesten der USA mit 20 erinnere ich mich genauso gerne wie an meinen Roadtrip durch Australien 2011. In beiden Ländern hat mich die Größe und Weite beeindruckt, stundenlang fahren, ohne dass man anderen Autos begegnet, dazu diese wüstenähnliche Landschaften, die wir hier in Europa nicht kennen, und das entspannte „hange loose“-Feeling, dass die Westküste der USA und Australien gemeinsam haben. Meine schönsten Reisen habe ich wohl in Südostasien verbracht. Seit ich 2003 das erste mal in Bangkok aus dem Flieger gestiegen bin, lässt mich diese Ecke der Welt nicht mehr los. Seitdem habe ich fast alle südostasiatischen Länder besucht, Indonesien fehlt noch. Ja, und am allerschönsten und am allerbeeindruckendsten sind auch im Rückblick meine Reisen nach Indien. Am eindrucksvollsten in letzter Zeit waren sicherlich meine vier Wochen in Ladakh. Nicht nur mein erster 5000er und mein erstes Zusammentreffen mit dem Dalai Lama haben diese Reise zu etwas ganz besonderem gemacht.

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2. Wohin gehst du Essen, wenn du richtig genießen willst?
Auch eine schwierige Frage! Hmmm. In ein Lokal mit Ambiente und Stil, modern, mit schönem Design und freundlichem Personal (das zu finden ist in München ja manchmal nicht ganz so einfach …), in dem man sich Zeit lassen kann, sich erst einmal gemütlich an der Bar mit einem Aperitif auf den Abend einstimmt und in dem es so gemütlich ist, dass man auch nach dem Essen bei einem Wein bis zum Ende sitzen bleiben kann. Das finde ich in einigen asiatischen Restaurants in München, zum Beispiel im Cochinchina in Schwabing, wo ich kürzlich zum ersten Mal war. Oder in der Lotus Lounge in der Hans-Sachs-Straße. Ein Fan überkandidelter Sternerestaurants mit weißen Tischdecken bin ich eher weniger.

3. Schwingst du auch selbst mal den Kochlöffel?
Und ob! Meiner Vorliebe für Asien geschuldet, bekomme ich immer wieder Kochbücher mit entsprechenden Rezepten geschenkt, sei es vietnamesisch, indisch oder thailändisch. Da probiere ich öfters etwas aus. Wobei ich sagen muss, dass es trotz meiner Gewürzsammlung aus dem Asiashop meistens nicht so authentisch schmeckt wie im Land selbst. Ich koche auch gerne „frei Schnauze“, gerne mediterran oder arabisch, und schnorchele auch schon mal im Internet nach schönen Rezepten. Am liebsten koche ich, wenn ich Besuch bekomme, so wie an Silvester. Schon das Einkaufen hat mir riesigen Spaß gemacht. Im Asiashop habe ich Fisch gekauft, frischen Koriander, Süßkartoffeln, Gewürze. Das Schnipseln, Häckseln und Vorbereiten ist so etwas wie eine Meditation für mich. Und dann alles schön dekorieren und anrichten, das ist einfach schön. Ich koche auch regelmäßig mit einer Freundin zusammen, die genauso expirementierfreudig ist wie ich. Meistens kommt was Köstliches dabei heraus!

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4. Was bedeuten Freunde für dich?
Freunde sind neben Familie und Partner das wichtigste, das man im Leben haben kann. Aber Freunde können auch kommen und gehen. Und Freundschaften können sich auch verändern. Je nachdem, in welcher Lebensphase man sich befindet, sind die einen Freunde vielleicht wichtiger als die anderen. Freundschaften werden intesiver oder weniger intensiv. Mit einigen verbindet einen eine Freundschaft über ein Hobby, mit anderen eine Seelenverwandschaft. Das schöne an richtigen Freunden ist: Egal, wie lange man sich nicht mehr gesehen oder gehört hat oder auch wenn man nur sporadisch Kontakt hat – niemand ist dem anderen böse und man kann sofort wieder anknüpfen, als ob man sich erst gestern auf einen Kaffee getroffen hat. Es kommt auch nicht darauf an, wie lange man jemanden kennt. Bei manchen Menschen springt sofort der Funke über und es besteht eine Vertrautheit wie bei einem Sandkastenfreund.

5. Was würden deine Freunde über dich sagen?
Mutig, abenteuerlustig, zielstrebig, kreativ, zuverlässig. Es kommt sicherlich immer darauf an, wen man fragt und wie die Freunde selber gestrickt sind. Die Draufgänger würden mich vielleicht nicht als mutig bezeichnen, die Zauderer schon.

6. Was macht dich glücklich?
Reisen. Neue Dinge entdecken. Die Welt immer wieder aus neuen Blickwinkeln betrachten. Dazu lernen. Wenn ich meinen Löffel in den Milchschaum meines morgendlichen Cappucchinos tauche und sich der Zimt auf der Zunge mit dem cremigen Schaum vermischt. Ein Feld mit Sonnenblumen. Der Duft nach Lavendel. Barfuss durch feuchten Sand laufen. Der Muskelkater nach der Jivamukti-Yoga-Stunde. Knirschender Schnee unter meinen Stiefeln. Flip-Flop-Wetter. Blauer Himmel. Wenn es nach Frühling riecht. Selbstgekochte Spaghetti Bolognese. Lachen bis der Bauch wehtut. Auch mal albern sein dürfen. Eine Zimtschnecke von einer Freundin geschenkt bekommen, die weiß, wie gerne ich die esse. In die Wellen schauen und träumen. Auf einem Berggipfel stehen und tief ein- und ausatmen.

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7. Welche Bilder hängen bei dir in der Wohnung?
Einige Fotos und Fotodrucke meiner Lieblingsstadt New York. Ansonsten selbstgemaltes. Ich habe vor einigen Jahren angefangen, mit Acryl auf Leinwand zu experimentieren. Auch wenn ich von Technik keine große Ahnung habe, liebe ich es, mit Farben und Formen zu spielen. Und Erlebtes und besondere Eindrücke abstrakt zu verarbeiten. Alle meine Bilder haben eine kleine Geschichte. Mittlerweile bin ich jedoch mehr auf Fotografie umgestiegen und habe vor, ein paar meiner Lieblingsfotos im Großformat abziehen zu lassen.

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8. Wenn du einen Tag lang gestalten könntest, wie du willst, was würdest du tun?
Ich würde mit dem Sonnenaufgang aufstehen, entweder im Luitpoldpark bei mir um die Ecke joggen gehen, auf den Hügel hochlaufen, kurz stehen bleiben, den Ausblick auf die Alpen genießen. Oder eine Stunde „Spiritual Warrior“ machen bei den Jivamuktis. Danach eine Massage im Bua Siam bei mir um die Ecke. Schön frühstücken mit einer Freundin, vielleicht auf dem Viktualienmarkt, oder im Café Frenzy oder im Café Zimt. Oder auf meiner Loggia. Mit Cappuccino, Croissants oder einer Zimtschnecke. Und Müsli mit Erdbeeren. Danach irgendwo hinfahren, an den Tegernsee, eine kleine Tour machen auf die Neureuthalm oder die Aueralm. Die Nase in die Sonne halten. Dem Gebimmel der Kuhglocken zuhören. Oder an den Starnberger See. Von Possenhofen nach Tutzing laufen. Im Café Nordbad eine Currywurst mit Pommes essen und dazu eine kühle Weißweinschorle trinken. Den Blick auf die Berge genießen und auf die Palmen auf dem Steg. Und mich dabei wie in Südfrankreich fühlen. In einer Blümchenwiese picknicken. Oder einen Tagesausflug machen nach Regensburg oder Salzburg. Durch die engen Gässchen bummeln, ein bisschen hier gucken, ein bisschen da gucken. Im Straßencafé sitzen. Die Seele baumeln lassen. Sich auf dem Steg in Percha im Sonnenuntergang verlieren. Hach, ich hätte genug Ideen!

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9. Welcher Ohrwurm begleitet dich zur Zeit?
Zum Glück ist es NICHT „Atemlos“! Im Moment habe ich eigentlich gar keinen Ohrwurm. Der letzte Song, den ich ständig im Ohr hatte, weil ich ihn rauf und runter gespielt habe, war „Empire State of Mind“ von Alicia Keys. Ich kann nicht nur im Text dieses Lieds versinken, weil ich verliebt bin in New York, ich finde auch das Solo am Klavier einfach hinreißend. Ich glaube, es wird wieder mein Ohrwurm, habe nämlich gerade bei YouTube vorbeigschaut und höre es, während ich hier schreibe …

10. Wenn du dir was wünschen dürftest, was wäre das?
Eine Weltreise machen. Mindestens ein Jahr lang. Mein Geld als Travel Writer und Fotografin verdienen. Oder einen Yoga Retreat Center auf Bali eröffnen. Endlich den Kopfstand können.

11. Wie geht’s mit deinem Blog weiter?
Ich war im Dezember auf einer Veranstaltung im Presseclub in München, da hat Richard Gutjahr gesagt: „Bloggen ist wie Fitnesstraining. Einmal ist kein Mal. Zweimal in der Woche reicht gerade einmal, um das Gewicht zu halten. Um Muskeln aufzubauen, ist mindestens dreimal die Woche nötig.“ Das heißt für mich: Nicht nur Sonntags Abends „last minute“ bloggen, wenn der Iron-Blog-Bot mahnt und ich bei Nichtveröffentlichung meines wöchentlichen Blogposts bis Mitternacht 5 Euro Strafe zahlen muss, sondern mindestens zwei Mal in der Woche. Ich wollte dieses Jahr unbedingt erstmalig auf die ITB, die große Tourismusmesse nach Berlin. Die fanden jedoch meine Reichweite nicht ausreichend und mich thematisch zu diversifiziert. Das hatte ich schon geahnt. Denn mein Blog ist in zweierlei Hinsicht kein typischer Reiseblog. Mit meinen sehr persönlichen Geschichten erreiche ich natürlich nicht die große Masse. Ich habe keine Überschriften à la „Die 10 Top-Tipps in Mumbai“ und schreibe auch nicht darüber „Was musst Du unbedingt in Deinen Rucksack packen“. Solche Überschriften und solche Themen bringen Traffic, ja. Aber für mich ist mein Blog nach wie vor mein persönliches Tagebuch. Vielleicht finde ich einen Mittelweg, mit dem ich meine Leserschaft weiter ausbauen kann. Ansonsten gibt es eben keine Einladungen zu Bloggerreisen. Ist auch in Ordnung. Ich werde auch immer wieder Randthemen mit einbauen, die mit meinen anderen Steckenpferden – Literatur und Yoga – zu tun haben. Das Blogger-Experiment der Münchner Kammerspiele, an dem ich teilhaben durfte, hat zwar nichts mit Reisen zu tun, hat mir jedoch nicht nur einzigartige Einblicke in die Bühnenproben und hinter die Theaterkulissen gegeben, sondern mir auch eine Erwähnung im Münchner Merkur beschert.

Die Regeln des Liebster Award sehen eigentlich vor, ebenfalls einige ausgewählte Blogger zu nominieren und ihnen 11 Fragen zu stellen. Da ich dies jedoch erst vor einer Zeit getan habe, würde ich heute darauf verzichten. Nächste Woche geht es übrigens hier weiter mit den Gelbmützen und den Rotmützen in Ladakh. Was es damit auf sich hat und warum man unbedingt mal eine Nacht in einem buddhistischen Kloster verbracht haben sollte, erfahrt Ihr dann ebenso wie, warum das Kloster von Thikse auch „Klein Potala“ genannt wird.

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