Madhya Pradesh: Ungeschliffenes Juwel im Herzen Indiens

Obwohl ich  schon so oft in Indien war und so viele Orte und Regionen besucht habe – das Zentrum des Subkontinents war bis vor kurzem ein weißer Fleck auf meiner Reisekarte. Ladakh im äußersten Norden an der Grenze zu Tibet, der südlichste Zipfel mit Kanyakumari, wo der Indische Ozean auf das Arabische Meer trifft, klassische Ziele wie Kerala und Rajasthan, heilige Orte wie Varanasi und Bodhgaya, Metropolen wie Mumbai, Delhi und Kalkutta – doch Zentralindien? Ich musste erst zum sechsten Mal nach Indien kommen, um mich von den Küsten- und Bergregionen loszureißen und ins Herz des Landes vorzudringen, nach Madhya Pradesh.

Madhya Pradesh heißt übersetzt „Mittlerer Bundesstaat“ oder „Zentrale Region“. Es wird nicht nur wegen seiner geografischen Lage das Herz Indiens genannt, sondern weil es höchstwahrscheinlich auch der älteste, besiedelte Teil des Subkontinents ist. Zumindest lassen die 10.000 Jahre alten Malereien in den Felsenhöhlen von Bhimbetka in der Nähe der Hauptstadt Bhopal darauf schließen. Bhimbetka ist nur eine der drei UNESCO-Weltkulturerbestätten in Madhya Pradesh, neben Khajuraho mit seinen einzigartigen Tempeln und erotischen Skulpturen, und Sanchi, einer der wichtigsten buddhistischen Stätten Indiens.

Madhya Pradesh

Ja, in Madhya Pradesh schlägt das Herz Indiens. Doch es schlägt nicht hektisch und aufgeregt wie in vielen anderen Regionen des Landes, sondern ruhig und gleichmäßig. In Madhya Pradesh, das im Norden an Uttar Pradesh angrenzt, im Westen an Rajasthan und Gujarat, im Süden an Maharashtra und im Osten an Chhattisgarh, kann man einen Gang herunterschalten. Im Vergleich zu bekannten Touristendestinationen wie Agra und Varanasi in Uttar Pradesh oder Jaipur und Udaipur in Rajasthan ist Madhya Pradesh bislang noch kein Ziel für den Massentourismus. Während der guten Woche, die ich in Madhya Pradesh verbracht habe, bin ich lediglich auf eine Handvoll westliche Touristen gestoßen – ein Ort, an dem man Kultur und Natur abseits der ausgetretenen Pfade genießen kann.

Madhya Pradesh

Madhya Pradesh

Madhya Pradesh

Madhya Pradesh

Orchha-Dorf-6

Madhya Pradesh

Madhya Pradesh

Madhya Pradesh

Madhya Pradesh

Das indische Ehepaar, das im Zug von Delhi nach Gwalior neben mir sitzt, ist erstaunt, als ich mein Reiseziel verrate. Die meisten Touristen in dem Shatabdi Express, der um sechs Uhr morgens an der New Delhi Railway Station startet, steigen in Agra aus. Natürlich, eine Besichtigung des berühmten Taj Mahals kann man wunderbar mit einer Reise nach Madhya Pradesh verbinden, genauso wie einen Besuch im alten Benares, der heiligen Stadt am Ganges, die heute Varanasi heißt.

Doch das Taj Mahal, das ich 2006 das erste Mal besucht habe, lasse ich heute links liegen. Ich möchte mich auf die Spuren der Mogule begeben, die aus Norden nach Zentralindien vorgedrungen sind und hier burgähnliche Festungen mit prunkvollen Palästen gebaut haben, wie man sie aus Rajasthan kennt. Ich möchte die Region kennenlernen, in der Kaiser Ashoka im zweiten Jahrhundert vor Christus eine der berühmtesten buddhistischen Stätten des Landes gebaut hat. Ich möchte die Region kennenlernen, in der die hinduistischen Herrscher einige der wundervollsten Tempel des ganzen Landes gebaut haben, bei deren Anblick man aus dem Staunen über die Fertigkeiten der Steinmetze nicht herauskommt.

Madhya Pradesh: Paläste, Tempel und Erotikkunst

Ein straffes Programm hatte ich mir vorgenommen für die einwöchige Reise durch Madhya Pradesh. Mehr als ein Dutzend Orte stand auf meiner Liste, darunter Gwalior, Sonagiri, Datia, Deogarh, Chanderi, Orchha, Khajuraho, Sanchi, Bhopal, Ujjain und Maheswhar.

1. Gwalior

Gwalior liegt im Norden von Madhya Pradesh, nur zwei Stunden von Agra entfernt. Die Hauptattraktion ist die mehr als 1.000 Jahre alte Festung, die auf einem Tafelberg oberhalb der Stadt thront. Das Fort mit den zahlreichen Tempeln und Palästen gilt als eines der schönsten und spektakulärsten in ganz Indien. Angeblich geht der Bau auf einen Prinzen der Dynastie der Kuchwaha im 10. Jahrhundert zurück, Suraj Sen. Der Sohn des Maharadjas litt unter Lepra und soll von einem Einsiedler namens Gwalipa geheilt worden sein. Aus Dankbarkeit benannte Suraj Sen Gwalior nach ihm. So zumindest die örtliche Legende. Bei meinem Spaziergang entlang der Palastgebäude und der Tempel des Forts stelle ich mir vor, wie hier über die Jahrhunderte die Herrscher der verschiedenen Dynastien gelebt haben. Der Höhepunkt ist der Man Singh Palast aus dem 16. Jahrhundert, einfach wunderschön mit seinen blauen Mosaiken.

Madhya Pradesh

Madyha Pradesh

Madhya Pradesh

Madhya Pradesh

Madhya Pradesh

Madhya Pradesh

2. Sonagiri

Auf dem Weg zwischen Gwalior und Orchha liegt das kleine Örtchen Sonagiri mit 77 wunderschönen Jain-Tempeln. Der Ort ist seit vielen Hunderten von Jahren Anlaufstelle gläubiger Jains, die herkommen, um sich in Tugenden wie Selbstdisziplin und Enthaltsamkeit zu üben – den Voraussetzungen, um das Nirvana zu erreichen. Heute treffe ich nur auf eine Frau in meinem Alter mit ihrer gebrechlichen Mutter und ihrem Ehemann. Sie würden eigentlich in Kanada leben, seien aber auf Heimatbesuch hier in Indien, erzählt sie mir. Ihre Mutter hatte den großen Wunsch, noch einmal an diesen heiligen Ort zu kommen.

3. Datia

Ebenfalls zwischen Gwalior und Orchha gelegen, lohnt es sich, in Datia einen weiteren Zwischenstopp einzulegen. Der Bir Singh Deo Palast gilt als eines der Meisterwerke der indo-islamischen Baukunst Indiens. Das Besondere: Er ist komplett aus Stein und Ziegeln gebaut, es wurde weder Holz noch Eisen benutzt. Paläste, die indische und islamische Baukunst unter einem Dach vereinigen, findet man nur selten in Indien. Ich bestaune die gewölbten Tür- und Torbögen und die Kuppeln, typische Beispiele der Mogularchitektur, wie man sie auch aus Nordindien kennt. Die verspielten Skulpturen und die Malereien mit Blumen, Vögeln und Tieren sind hingegen typisch für den Stil der Rajputen. Eine architektonische Schönheit, die ich noch in Ruhe besichtigen darf und von deren Dach ich den Sonnenuntergang bewundern darf, obwohl es bereits nach 17.00 Uhr ist und man schon mit den Schlüsseln klappert. In Indien ist alles möglich.

Madhya Pradesh

Madhya Pradesh

4. Deogarh

Deogarh war einst die Hauptstadt des Gond-Königreichs. Heute kommen die Besucher vor allem wegen der Festung mit den 30 wunderschönen Jain-Tempeln hierher, die bis ins 6. Jahrhundert zurückdatieren. Zwischen dem achten und 17. Jahrhundert gehörte Deogar, das heute ein verschlafenes Städtchen ist, zu den bedeutendsten Jain-Zentren des Landes. Die meisten Tempel sind zerfallen, links und rechts der überwucherten Wege findet man auch die ein oder andere zerbrochene Statue. Die noch gut erhaltenen Reliefs und Votivtafeln der Tempel laden zum längeren Verweilen ein. Sie erzählen Geschichten aus der Jain-Mythologie und zeigen Bildnisse der Thirtankaras, der Lehrer des Jainismus.

Madhya Pradesh

Madhya Pradesh

5. Chanderi

Chanderi ist nicht nur berühmt wegen der Brokat- und Musselin-Saris, die hier von Hand gewebt werden. Das majestätische Fort der ehemaligen Mogulherrscher kann man schon von weitem sehen. Um alle 375 historischen Monumente zu besichtigen, müsste man Tage in dem kleinen Ort verbringen. Ein Muss sind die wunderbaren Moscheen, das Kati Ghati Gate und der Jain Tempel. Ebenfalls sehenswert ist das Koshak Mahal, ein imposantes Gebäude einige Kilometer außerhalb. Der Palast mit seinen hübschen Torbögen und Höfen soll früher einmal sieben Stockwerke gehabt haben, besteht heute jedoch nur noch aus drei Etagen. Die Architektur des Palastes ist ein bunter Mix aus der Baukunst der Malwa-Sultane, der Rajputen sowie iranischer und afghanischer Baumeister.

Madhya Pradesh

Madhya Pradesh

6. Orchha

Orchha, der versteckte Ort. So heißt zumindest die wörtliche Übersetzung. Knapp eineinhalb Stunden südlich von Gwalior, am malerischen Fluss Betwa gelegen, besticht dieser friedliche Ort vor allem durch seine mittelalterliche Atmosphäre. Die Zeit scheint stehen geblieben zu sein in der Stadt, deren Grundstein 1501 gelegt wurde und auf den Maharadja Rudra Pratap Singh zurückgeht. Mitte des sechzehnten Jahrhunderts wurde Orchha von den Bundela-Königen, eine der mächtigen Rajputen-Dynastien, zur Hauptstadt auserkoren. Die prachtvollen Paläste – Jahangir Mahal, Raj Mahal und Rai Parveen Mahal – gehen auf diese Zeit zurück. Der Rai Parveen Mahal ist der gleichnamigen Dichterin und Tänzerin gewidmet. Rai Parveen war so schön und bezaubernd, dass der damalige Mogulherrscher Aurangzeb sie zur Konkubine nahm und an seinen Hof in Delhi holte. Doch sie liebte einen anderen Mann, Raja Indramani. Aurangzeb hatte ein Einsehen und schickte sie schweren Herzens nach Orchha zurück, wo Raja Indramani ihr einen eigenen Palast baute. Ich wandere durch die Räume und stelle mir vor, wie diese bemerkenswerte Frau abends im flackernden Licht ihrer Öllampe in ihrem von Jasminduft geschwängerten Gemächern saß und Gedichte schrieb.

Im Main Bazaar und vor den beiden großen Tempeln in Orchha geht es deutlich lebhafter zu als in der verschlafenen Festung. Auf dem großen Platz vor dem Ram Raja Tempel reiht sich ein Marktstand an den anderen. Hier kann man nicht nur farbenfrohe Blütenkränze für den Tempelbesuch kaufen. Sadhus in orangefarbenen Gewändern und mit bemalten Gesichtern, die von Ort zu Ort ziehen, sitzen auf dem Boden, vor sich eine Schale. Sie hoffen auf etwas zu Essen und auf ein paar Rupien.

Madhya Pradesh

Madyha Pradesh

Madhya Pradesh

Madhya Pradesh

Madhya Pradesh

Madhya Pradesh

Madhya Pradesh

Madhya Pradesh

Madhya Pradesh

Madhya Pradesh

7. Khajuraho

Die Tempel von Khajuraho sind zweifelsohne die größte Attraktion in Madhya Pradesh. Die zwischen dem 10. und 12. Jahrhundert erbauten 20 Sandsteintempel, die zum UNESCO Weltkulturerbe gehören, sind berühmt für ihre erotischen Skulpturen und Reliefs. Erschaffen vor mehr als 1.000 Jahren von den Steinmetzen der Chandella, einer kriegerischen Rajputen-Dynastie mit einer offensichtlich recht freizügigen Lebensphilosophie. Zwischen dem 10. und 12. Jahrhundert erschufen ihre Baumeister in Khajuraho 85 prachtvolle Tempel mit einem Meer aus filigranen Skulpturen, davon etliche in eindeutigen Posen. Lange Zeit lagen die Tempel in einem Dornröschenschlaf, eingenommen und verschluckt vom Dschungel, ähnlich wie einst die Tempel von Angkor in Kambodscha. Bis ein britischer Forscher 600 Jahre, nachdem die Chandella die Stadt verlassen hatten, auf diese einzigartigen Bauwerke stieß. Insbesondere das Areal der westlichen Monumente lädt zum stundenlangen Spazierengehen und Staunen ein. Faszinierend ist das Farbenspiel bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang.

Madhya Pradesh

Madhya Pradesh

Madhya Pradesh

Madhya Pradesh

9. Sanchi

Die große Stupa, die 262 vor Christus von Kaiser Ashoka, dem Wegbereiter des Buddhismus in Indien errichtet wurde, macht aus Sanchi eine der wichtigsten buddhistischen Pilgerstätten in Indien. Ein friedvoller Ort mit zahlreichen weiteren Stupas, Tempeln und Überresten buddhistischer Klöster. Obwohl der historische Buddha nie selbst den Weg nach Sanchi gefunden hat, war der kleine Ort vom 3. bis  13. Jahrhundert eines der großen geistigen Zentren des Buddhismus in Indien, neben berühmten buddhistischen Stätten wie Sarnath in der Nähe von Varanasi und Bodhgaya, wo Siddartha Gautama seine Erleuchtung fand.

Madhya Pradesh

10. Bhopal

Bhopal ist vor allem für sein lebendiges muslimisches Erbe bekannt mit prachtvollen Moscheen wie die Darul Uloom Tajul Masajid, die Mot Masjid und die Jama Masjid. Mir hat am besten die Darul Uloom Tajul Masajid gefallen, die als Bhopals eindrucksvollstes Bauwerk gilt und unter der Ägide von Sultan Shah Jahan Begum entstand. Die Regentin des Fürstenstaates Bhopal ließ den Bau 1877 starten. Die Moschee gilt als älteste Steinmoschee Asiens. Das pinkfarbene Minarett ist schon von weitem zu erkennen. Der Innenhof wird umrahmt von Türen in den unterschiedlichsten Blautönen, eine Koranschule. Ich sehe mir auch die Jama Masjid und die Moti Masjid östlich des Imam Square an, die auch Perlenmoschee genannt wird. Die Jama Masjid wurde übrigens von Shah Jahan Begums Großmutter erbaut, Qudsia Begum, der ersten weiblichen Herrscherin Bhopals.

Madhya Pradesh

Madhya Pradesh

Madhya Pradesh

Madhya Pradesh

11. Ujjain

Ujjain im Südwesten von Madhya Pradesh gehört mit den Orten Mandu und Omkareshwar zum „Golden Dreieck“. Ujjain ist eine der sieben heiligen Orte im Hinduismus. Alle zwölf Jahre findet hier die Kumbh Mela statt, zuletzt im Mai 2016. Der Mahakaleshwar Tempel beherbergt eine von Indiens zwölf Jyotirlingams, ein Heiligenschrein, in dem Lord Shiva verehrt wird. Ujjain, so heißt es in der hinduistischen Mythologie, wird regiert vom Gott der Zeit. Zeit, Minuten und Stunden, alles wird irgendwie relativ hier, in diesem Ort am heiligen Fluss Shipra.

Madhya Pradesh

Madhya Pradesh

12. Maheshwar

Maheshwar wird auch als das Varanasi Zentralindiens bezeichnet, denn das Leben in dieser dem Hindugott Shiva geweihten Kleinstadt spielt sich in erster Linie an den Ghats am Fluss Narmada ab. Die Stadt wurde einst von einer Maharani regiert, Ahilya Bai, die den Palast und die großartigen Tempel errichten ließ. Noch heute wird die Maharani in Maheshwar verehrt. Sie hat viel für ihr Reich getan. Und für Indien. Ihr ist es zu verdanken, dass ein Großteil der Hindu-Tempel in Indien, die im Mittelalter von den Invasoren aus dem Norden zerstört wurden, wieder aufgebaut wurde, unter anderem der Vishvanath-Tempel in Varanasi. Die meisten religiösen Bauwerke in Maheshwar gehen auf sie zurück. Sage und schreibe 100 Tempel findet man in dem kleinen Ort.

Ich mische mich unter die Yatris an den Ghats. Familien, Gruppen von Jugendlichen, Schulklassen, die übliche Gemengelage, auf die man an solchen Orten trifft. Männer und Frauen, die ihr heiliges Bad im Fluss nehmen. Daneben kichernde, kreischende Kinder, die mit voller Montur im Wasser stehen und sich gegenseitig nass spritzen. Unter dem wachenden Blick der Mutter, die mit einem wie ein Cricket-Schläger aussehenden Etwas aus Holz auf die Wäsche schlägt, die sie im Fluss gewaschen hat, neben sich ein Körbchen mit Waschnüssen, Seife und einer Wurzelbürste. Die Ghats in Indien sind nicht nur Orte für spirituelle Handlungen. Hier mischen sich Religion und Alltag.

Madhya Pradesh

Madhya Pradesh

Madhya Pradesh

Madhya Pradesh

Madhya Pradesh

Madyha Pradesh

Dies sind nur einige der besuchenswerten Orte in Madhya Pradesh. Mandu, die Stadt der Liebe, musste ich aus Zeitgründen dieses Mal leider genauso links liegen lassen wie den Pilgerort Omkareshwar im Süden sowie Bhimbetka und die Tigerreservate im Osten.

Madhya Pradesh am besten mit Zug und Fahrer bereisen

Madhya Pradesh ist der zweitgrößte Bundesstaat des Landes und erstreckt sich auf einer Fläche von über 300.000 Quadratkilometern. Dementsprechend groß sind die Entfernungen. Am besten bestreitet man seine Reise mit dem Zug und einem Auto mit Fahrer. Ich bin von Delhi nach Gwalior mit dem Zug gefahren. Wenn der dichte Nebel, der in den frühen Morgenstunden fast jeden Tag über den Feldern und kleinen Ortschaften entlang der Bahnstrecke hängt, den Zug nicht zum langsamen Fahren und immer wieder Anhalten gezwungen hätte, wären wir in knapp dreieinhalb Stunden in Gwalior angekommen. So hat die Reise fast zwei Stunden länger gedauert. Doch in dem Shatabdi Express, der auf dieser Strecke verkehrt, wird man gut versorgt mit Tee, Wasser und je nach Tageszeit Frühstück oder Mittagessen und einer Zeitung. Und man findet immer interessante Gesprächspartner so wie das ältere Ehepaar neben mir.

Madhya Pradesh

Die 200 Kilometer zwischen Jhansi und Khajuraho habe ich ebenfalls mit dem Zug zurückgelegt. Die übrige Zeit war ich mit einem Fahrer unterwegs. Zwar sind viele Orte in Madhya Pradesh an das Bahnnetz angeschlossen, doch die meisten Sehenswürdigkeiten liegen außerhalb der Ortschaften und oftmals so verstreut,  dass ein Auto die praktischere Variante ist, vor allem, wenn man nicht viel Zeit hat. So kann man auf seiner Tagesstrecke die Sehenswürdigkeiten, die auf dem Weg liegen, direkt mitnehmen.

Blogparade von Kultur – Museum – Talk: „Mein Kulturtrip für dich im Sommer“

Mit diesem Beitrag nehme ich an der Blogparade meiner Iron-Blogger-Kollegin Tanja vom Blog Kultur – Museum – Talk teil. Unter dem Motto möchte Tanja wissen, wo wir warum hinfahren sollten, was es an diesem Ort kulturell zu erleben gibt und was uns am meisten beeindruckt. Wenn Ihr im Netz dem Hashtag #KultTrip folgt, findet Ihr ganz wunderbare Beiträge! Bei Tanjas Kultur-Sommer-Blogparade im Sommer 2014 habe ich übrigens mit einem Beitrag über den M50 Art District in Shanghai teilgenommen.

*Diese Reise wurde unterstützt von Quality India Tours.

 

Hat Euch der Beitrag gefallen? Erzählt es doch einfach weiter!
Share on FacebookTweet about this on TwitterGoogle+Pin on PinterestShare on LinkedIn

13 comments

  1. Liebe Alexandra,

    ein ganz großes, herzliches Dankeschön für diesen famosen #KultTrip durch Kultstätte in Indien!

    Ich schaffte es erst heute deinen Beitrag und den von Anke zu lesen und bin restlos begeistert. Während Anke auf die abendländische Kultur, hier Frankreich mit der Kathedrale von Bourges einging, zeigst du grandiose Kulturgüter in Indien. Der Unterschied könnte nicht größer sein. Verbindendes Element ist jedoch die Spiritualität und die Kunst. Deine Fotos sind sooo wunderschön! Richtige Charakterstudien der Menschen und eindrucksvolle Momentaufnahmen der Architektur – ich bin restlos begeistert!!

    Ich habe jetzt einiges gelernt. Mir gefällt es sehr, dass du auch auf die Historie und die einstige Bedeutung im Abgleich mit der Gegenwart eingegangen bist – gaaanz toll!

    Liebe Grüße
    Tanja

  2. Liebe Tanja,

    ganz lieben Dank für Deinen Kommentar! Freue mich rieisig, dass Dir der Beitrag gefällt! Ich habe lange überlegt, welchen Ort ich wählen soll für Deine wunderbare Blogparade, und irgendwann erschien mir Madhya Pradesh so passend. Ein Ort, der mich nicht nur wegen seiner spannenden Geschichte und der großartigen Architektur fasziniert hat, sondern auch wegen der Menschen und der kulturellen Vielfalt, die sich u.a. in dem Mix aus Hinduismus, Buddhismus und Islam widerspiegelt.

    Hoffe, Du führst die Tradition Deiner Kultur-Blogparaden fort :-)!

    Liebe Grüße,
    Alexandra

  3. Wow, traumhafte Fotos und endlich mal ein Ort in Indien, an dem es auch ruhiger zugeht 🙂 Irgendwann möchte ich dieses faszinierende Land auch besuchen – da scheint mir Madhya Pradesh der richtige Fleck zu sein. LG Christina

  4. Lieben Dank! Ja, hier ging es wirklich insgesamt beschaulicher zu. Ein von westlichen Reisenden noch ziemlich unentdecktes Fleckchen, dieses Madhya Pradesh. Es lohnt sich! Allerdings stößt man häufiger an sprachliche Grenzen als anderswo in Indien, Englisch spricht hier nicht jeder, das kann das Nervenkostüm schon mal strapazieren ;-). LG, Alexandra

  5. Liebe Alexandra,

    Indien ist für uns bisher ein völlig unbekanntes Reiseziel. Wahrscheinlich würden wir uns für den Einstieg in dieses so exotische Land erstmal für eine organisierte Reise entscheiden. Sobald man sich jedoch besser auskennt, sind Reisen in Regionen abseits ausgetretener Touristenpfade oft viel spannender und interessanter. Am meisten beeindrucken mich in Deinem Bericht die ausdrucksstarken Fotos der Menschen aus dieser Region. Schon allein deswegen würde ich mir diese Region gerne einmal anschauen.

    Vielen Dank für Deinen interessanten Bericht.

    Liebe Grüße,
    Monika

  6. Liebe Monika, ja, Indien ist schon ein toughes Reiseland, ich habe den Einstieg seinerzeit ja auch über eine organisierte Tour gemacht. Und in Madhya Pradesh bin ich zum Teil mit dem Zug gereist, z. T. aber auch mit einem Fahrer, da die Infrastruktur abseits von Gwalior, Orchha und Khajuraho nicht so gut ist und die Orte weit verstreut liegen. Madyha Pradesh ist eine tolle Region, würde man aber wahrscheinlich tatsächlich erst besuchen, wenn man die mehr frequentierten Regionen in Indien schon abgegrast hat. Liebe Grüße Alex

  7. Liebe Alexandra,
    ich selbst werde zwar nie nach Indien reisen, aber genau deshalb freue ich mich über so tolle Berichte mit ausdrucksstarken Bildern besonders. Reisen im Kopf ist auch nicht schlecht!
    Ich selbst bin sehr vorsichtig mit Bildern von Menschen (vor allem Nahaufnahmen), denn nicht jedem ist es recht, im Netz abgebildet zu werden. Du hast offensichtlich ein sehr glückliches Händchen dabei, denn die Bilder sind toll! Kompliment!
    Liebe Grüße
    Elena

  8. Liebe Elena, freut mich sehr, dass Du im Kopf mitgereist bist! In Europa oder anderen Ländern ist es tatsächlich anders, was People Photography angeht. In Peru zum Beispiel, wo ich zuletzt war, habe ich kaum so etwas gemacht. In Indien wollen Dich die Einheimischen selbst auch ständig fotografieren, Du bekommst ein Baby auf den Arm oder bist plötzlich umringt von der ganzen Familie. Daher sind sie auch entsprechend offen, ich frage immer und sie sind meistens freudig dabei. LG Alex

  9. Hallo Alexandra,

    danke fürs Mitnehmen und die super Fotos! Madhya Pradesh hatte ich bisher nur wegen der erotischen Tempel auf dem Schirm, aber eher so nach dem Motto, wenn’s mal auf dem Weg liegt… Für mich klingt die Gegend aber schöner als vieles andere, vor allem dass es dort nicht so hektisch ist, gefällt mir.

    Und, Bhopal kennt man ja nur durch diese schlimme Chemiekatastrophe… Hat man davon irgendetwas gemerkt?

    Liebe Grüße
    Barbara

  10. Hallo Barbara, ja, Madhya Pradesh ist vor allem für Khajuraho und die Tempel bekannt, aber die Gegend hat wirklich noch viele andere Juwelen zu bieten. Die liegen allerdings sehr verstreut und die Infrastruktur ist nicht so gut, da wenig von westlichen Touristen frequentiert. Spuren in Bhopal sind nicht ersichtlich. LG Alex

  11. Bei deinen Bildern schmelze ich ja ein wenig dahin. Ich liebe die farbenfrohe indische Kultur. Ein super Geheimtipp, denn Madhya Pradesh liegt wahrscheinlich nicht auf dem touristischen Radar vieler Reisender. Ich kann mir vorstellen, dass es sich lohnt hier ein paar Tage mehr zu investieren.

    Liebe Grüße
    Jessica

Leave a Comment

%d Bloggern gefällt das: