Blogparade: Meine Reiseziele für 2016

Wir wissen noch gar nicht, wo wir dieses Jahr in den Urlaub hinfahren sollen, seufzte eine meiner Freundinnen letzte Woche beim Heilige-Drei-Könige-Kaffeeklatsch in der Münchner City. Ich auch nicht. Aber im Gegensatz zu Caro stresst mich das nicht. So ganz und gar nicht. Hallo, wir haben erst Anfang Januar! Auch wenn die Vorfreude auf eine Reise etwas Schönes sei kann – wer wird denn jetzt schon das ganze Jahr verplanen? Ich jedenfalls nicht. Schon als ich noch festangestellt war, habe ich es gehasst, wenn der jeweilige Chef im Januar mit der Urlaubsliste vor meiner Nase herumwedelte. Was weiß denn ich, was das Jahr so bringt? Ich habe mich immer davor gedrückt. Musste immer ermahnt werden. Ich habe zwar dann irgendwann mit Verspätung das Gros der Urlaubstage in die Liste eingetragen. Aber regelmäßig hin und her geschoben. Ausschneiden, Einfügen. Geht zum Glück ganz einfach. Ideen und Wünsche für meine Urlaube hatte ich trotzdem ständig. Kurztrips innerhalb Europas. Eine Woche New York im Sommer. Als der Dollar noch günstig war zusätzlich danach noch ein paar Tage unter die Schickimickis in den Hamptons mischen. Für den großen Urlaub ein Ziel in Südostasien.

Seitdem ich selbständig arbeite und häufiger mal länger in der Weltgeschichte herumreise, bin ich noch planloser und spontaner. Den Entschluss vorletzten Sommer, sieben Wochen auf Tour zu gehen in Indien und Shanghai, habe ich zwei Wochen vor meinem Abflug gefällt. Engagements wie das für die Mumbaier Reiseagentur, für die ich letzten September vier Wochen in Südindien unterwegs war, kommen in der Regel auch spontan. Wenn mich jemand fragt, wie denn mein fast viermonatiger Urlaub in Indien gewesen sei, kommt ein leichtes Grummeln in mir auf. Urlaub? Die Monate in Indien fühlten sich nicht an wie Urlaub. Auch wenn ich wunderschöne Orte besucht habe, mich durch die kulinarischen Verführungen des Landes gefuttert habe, getestet habe, wo es den besten Cappucchio gibt, im Arabischen Meer herumgepaddelt bin und meine Füße am Strand im Sand verbuddelt habe. Doch Urlaub?

Urlaub bedeutet für mich, nicht zu arbeiten. Das Hirn abschalten. Und auf keinen Fall an die Arbeit denken. Seitdem ich blogge, kann ich das gar nicht mehr. Wenn ich unterwegs bin, rattert mein Hirn immer und ständig. Es sucht nach Geschichten. Nach Fotomotiven. Umso mehr, wenn ich nicht nur meinen eigenen Blog bestücken muss, sondern im Auftrag unterwegs bin. Die vier Wochen in Südindien mit meiner französischen Mitbloggerin Ami sahen so aus, dass wir tagsüber auf Erkundungstour waren, in unseren Kaffee-und-Kuchen- und Samos-Pausen im Reiseführer recherchiert haben, im Zug unsere Fotos bearbeitet haben und unsere Artikel Abends und Nachts im Bett geschrieben haben. Und immer auf der Suche nach einem funktionierenden Wi-Fi waren. Eine Runde Mitleid. Nein. Ich liebe es! Ich will es gar nicht mehr anders. Einen klassischen Urlaub ohne alle diese Dinge kann ich mir gar nicht mehr vorstellen. Dazu bin ich viel zu sehr angefixt mit dem Schreiben und Fotografieren. Okay, vielleicht eine Woche Skifahren in den Alpen. Oder ein Yoga- oder Meditations-Retreat mit „digital detox“. Das wären dann aber die Ausnahmen.

Meine Bucket List für 2016 – Indien, Bhutan und Japan

Ob Urlaub oder Reisen, ob Planungsfetischst oder Spontanentscheider – natürlich habe ich für dieses Jahr die ein oder andere Destination auf meiner Wunschliste. Deshalb folge ich auch gerne dem Aufruf meines Iron-Blogger-Mitstreiters Florian vom Blog Phototravellers zur Blogparade „Was sind Eure Urlaubsziele im neuen Jahr?“. Florian selbst hat, wie ich, noch keinen konkreten Plan. Das finde ich sehr lobenswert! Vielleicht kann ich ihn ja von Indien überzeugen. Denn dahin wird es mich ganz bestimmt auch dieses Jahr wieder verschlagen. Schon wieder? Ich höre schon die Stimmen aus dem Friends-and-Family-Umfeld. Willst Du nicht mal wieder woanders hin? Doch. Will ich. Aber trotz der vielen Reisen nach Indien und trotz der Tatsache, dass ich erst jetzt wieder so viel Zeit dort verbracht habe, wird es mich auch künftig immer wieder in dieses Land ziehen. Ich kann gar nicht anders. Ich habe mich in Indien verliebt. Und obwohl ich schon so viel gesehen habe, gibt es immer noch unglaublich viele unentdeckte Flecken. Das Land ist einfach riesig. Und an manche Orte könnte ich auch immer wieder fahren. Nach Ladakh zum Beispiel. Oder nach Rishikesh. Oder nach Varanasi. Oder nach Pondicherry. Alles Orte, die mich verzaubert und in ihren ganz besonderen Bann gezogen haben. Die für mich zum Teil schon wie ein zweites zu Hause sind.

Sikkim – ehemaliges buddhistisches Königreich im Himalaya

Doch nächstes Mal möchte ich mich auf unerforschtes Terrain begeben. Ich möchte nach Sikkim, das ehemalige buddhistische Königreich im östlichen Himalya, das an Nepal, Tibet und Bhutan grenzt. Dieses Fleckchen Erde, das so klein ist, das man es auf der Landkarte fast übersieht. Das so weit weg vom nächsten Bahnhof und vom nächsten Flughafen liegt und dem ich schon einmal so nah war. Letztes Jahr im April, als ich eine knappe Woche in Darjeeling verbracht habe, hatte ich schon den Permit für Sikkim in der Hand. Von Darjeeling sind es nur noch vier Jeepstunden bis Gangtok, von wo aus sich die ehemals touristisch recht isolierte Region erschließen lässt.

Doch ich entschied mich dafür, den Besuch in Sikkim für ein anderes Mal aufzuheben. Zum einen, weil es in Sikkim zu der Zeit in Strömen regnete, keine Besserung in Sicht. Regen hatte ich in Darjeeling schon genug. Zum einen, weil ich mehr Zeit haben wollte als nur zwei, drei Tage. Zeit, um die zahlreichen buddhistischen Klöster zu besuchen. Vielleicht endlich einmal einen 10-tägigen Vipassana-Retreat zu machen. Zeit, um ein paar Tage trekken zu gehen. Die raue Schönheit des Himalaya in mich aufsaugen. Ja, man braucht Zeit in Sikkim. Schon alleine, weil man über die verschlungenen, engen Gebirgstraßen selbst im Jeep mit Allradantrieb nur im Schneckentempo vorankommt. Sikkim lädt ein zum Herunterkommen, zum Entschleunigen. Meine Yogamatte werde ich auf jeden Fall dabei haben. Und mindestens zwei Wochen Zeit im Gepäck.

Bhutan – das Bruttoglücksprodukt steigern

Bhutan gehört zwar nicht zu Indien, liegt aber in direkter Nachbarschaft zu Sikkim und bietet sich daher perfekt als Anschlussdestination an. Buthan, das im Gegensatz zu Sikkim heute immer noch einen König hat, ist ebenfalls ein lang gehegter Traum. Ein Traum, den ich mir auch gerne schon letztes Jahr erfüllt hätte, als ich im Nordosten Indiens war. Doch der König von Bhutan ist etwas pingelig, was die Gäste in seinem kleinen Königreich angeht. Mal eben spontan entscheiden, den Bus von Gangktok nach Phuentsholing zu nehmen und sich ein Visa-on-Arrival zu organisieren wie es beispielsweise beim Übertritt von Indien nach Nepal auf dem Landweg möglich ist, funktioniert bei König Jigme Singye Wangchuck nicht. Man muss ein Paket über ein registriertes Reiseunternehmen erwerben, mit einem Guide reisen und für das alles pro Tag einen von der Regierung festgesetzen Tarif bezahlen. Dieser liegt derzeit bei gesalzenen 290 US-Dollar. Für einen Langzeitrucksacktouristen eine Stange Geld. Obwohl mich solche Zwangsabgaben ein wenig an Besuche in der ehemaligen DDR erinnern, fasziniert mich dieses Land so sehr, dass ich es trotzdem bereisen möchte. Der Vorteil der Visa-Restriktionen liegt natürlich auf der Hand – kein Massentourismus. Dazu verfügt Buthan über einen unglaublichen Kulturschatz mit buddhistischen Klosterburgen und eine grandiose Gebirgslandschaft. Ich möchte den Zauber von Bhutan erleben. Und erkunden, was es mit dem Bruttoglücksprodukt auf sich hat. Sind hier wirklich alle Menschen entspanner und glücklicher als an anderen Orten?

Odisha aka Orissa – Tempel so weit das Auge reicht

Mit Odisha, früher unter dem Namen Orissa bekannt, hatte ich schon bei meiner Indienreise im Frühjahr 2014 geliebäugelt, die in Kalkutta startete. Denn von Kalkutta aus ist es gemessen an den riesigen Entferungen in Indien nur ein Katzensprung in den Tempelstaat an der Ostküste. Doch ein indischer Bekannter warnte mich damals. Odisha sei einer der ärmsten Bundesstaaten des Landes und nicht ungefährlich. In einigen Regionen kommt es tatsächlich immer wieder zu Übergriffen. Durch die Naxalisten, die maostischen Rebellen, die in mehreren der entlegenen Regionen im Nordosten Indiens aktiv sind. Wie ich kürzlich von einem Reiseveranstalter hörte, sei es jedoch unbedenklich, Orte wie Bhubaneswar, Udaigri, Khandagiri, Konark oder Puri zu besuchen. Nach Bhubaneswar und Konark möchte ich unbedingt. Als Tempelfan ein Muss, allein rund um die Haupstadt Bhubanewsar gibt es über 500 alte Tempel mit wundervollen Steinmetzarbeiten. Wunderschöne Tempel gibt es auch im heiligen Pilgerort Puri, das ähnlich wie Gokarna nicht nur gläubige Hindus, sondern auch immer mehr westliche Langzeitreisende anzieht. Hier wäre dann Zeit, ein wenig zu verschnaufen und an den Blogartikeln zu arbeiten!

Japan – da wo der Hokkaido-Kürbis wächst

Blogparade-Reiseziele-2016-Japan

Haruki Murakami, Maki, Nigiri, weißgeschminkte Geishas mit Kirschblüten im Haar, der Fuji-san im Sonnenuntergang, Teehäuser umgeben von Lotusteichen, Schreine im Schatten postmoderner Wolkenkratzer, Tempelfeste und überall ein Lächeln – alles nur Klischees und Mythen? Der Ferne Osten mit Japan ist ein komplett weißer Fleck auf meiner Reisekarte. Er war mir immer zu weit weg. Geografisch und sprachlich. Lost in translation. Schriftzeichen, die ich nur von den Logos hiesiger Sushi-Restaurants kenne. Oder von den Packungen der Algenblätter aus dem Asialaden für die hausgemachten Sushi. Lost in translation auf meinen Erkundungstouren in den japanischen Großstädten. Verloren gegangen bei meiner Fahrt in der Tokioter U-Bahn. Im Zug nach Kyoto. Egal. Ich muss es unbedingt ausprobieren. Meine Co-Bloggerin Aminata, mit der ich im September vier Wochen durch Südindien getourt bin, hat mir einen Floh ins Ohr gesetzt. Sie war 2014 im Land der Kirschblüten und Sumoringer. Und war total fasziniert. Vom pulsierenden Tokio mit seinen futuristischen Hochhäusern, seinem Glitzer, Glamour und Glanz und seinem einzigartigen Nachtleben. Von den Schreinen, Tempeln und Zen-Gärten in Kyoto, der alten Kaiserstadt. Von der unglaublich schönen Natur und den Bergen, die Kyoto umgeben. Die Fotos, die sie mir gezeigt hat, waren wirklich atemberaubend. Faszinierend. Ich muss unbedingt nach Japan. Ob lost in translation oder nicht. Einen Reiseführer habe ich schon.

Und ich könnte direkt weiter machen mit 2017

Ich weiß jetzt schon – das sind viel zu viele Destinationen auf meiner Wunschliste. Dafür reichen die verbleibenden 336 Tage von 2016 gar nicht. Dabei habe ich nur die Top 4 aufgelistet. Bei meinem nächsten Indienbesuch möchte ich unbedingt etwas länger in Mumbai bleiben. Und eine zeitlang in Pune im Osho Resort verbringen. Und dann ist da noch Bali, die Insel, mit der ich auch schon seit über zehn Jahren liebäugele. Ich könnte mir zumindest schon mal einen Reiseführer besorgen …

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9 comments

  1. F

    Hi Alexandra,

    das sind ja mal ausgefallene Ziele und tolle Inspirationen. Landet bei mir auch auf der Watchlist 🙂

    Liebe Grüße
    Florian

  2. Hi Florian,

    freut mich sehr, wenn die Inspirationen auf Deiner Liste landen :-).

    Liebe Grüße,
    Alexandra

  3. F

    Da hast du wirklich ein paar coole Ziele auf dem Schirm 🙂
    Ganz besonders Japan kann ich dir wärmstens empfehlen. Das Land ist einfach so toll…
    Liebe Grüße
    Franzi

  4. Hallo Franzi, ja, das sind ein paar der Destinationen, die mich schon länger anblinzeln ;-). Mal sehen, ob ich das wirklich alles dieses Jahr realisieren kann. Habe Deinen Bericht über Japan / Tokio gelesen und das hat mich noch mehr bestärkt, dass ich da auch endlich einmal hin muss :-): LG, Alex

  5. B

    Hallo Alexandra, wir haben Deinen Blog über Florian von Phototravellers gefunden. Deine List an Urlaubszielen ist toll, da würden wir uns gleich all Deinen Reisen anschliesen! 🙂 An Bhutan und Sikkim haben wir auch gedacht, vielleicht wird das nächstes Jahr was.

    Viele Grüße aus Moosach,
    Birgitta und Alex von Reiseum

  6. Hallo Britta und Alex! Ich war letztes Frühjahr schon so nah dran an Sikkim, das muss dieses Jahr klappen :-). Bhutan fasziniert mich seit langem, das würde ich so gerne anschließen! Ihr habt aber auch schöne Ziele auf Eurer Liste, bin auch ein großer Südostasienfan. Viele Grüße aus Schwabing, Alexandra

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